Besuch in Blankenberg im Oktober 2010
Partnerschaft zwischen Kirchengemeinden neu belebt
Im Rahmen der Unterstützung der Kirchen im Ostteil Deutschlands übernahm die Württembergische Landeskirche die Partnerschaft für die Landeskirche in Thüringen.
Den einzelnen Kirchengemeinden in Württemberg wurden Partnerkirchengemeinden in Thüringen zugeteilt. Der evangelischen Kirchengemeinde Weil der Stadt die Kirchengemeinde Blankenberg. Blankenberg lag damals als grenznahe Gemeinde im Sperrbezirk, so dass ein Besuch nicht möglich war. Deshalb konnte Weil der Stadt erst nach der Wiedervereinigung persönliche Verbindungen zu der Partnergemeinde aufnehmen. Im Jahr 1994 besuchten mehrere Gemeindeglieder zusammen mit dem Posaunenchor die dortige Gemeinde, doch wurde in der Folge die Verbindung nicht weiter aktiviert.
Im Frühjahr 2010 machten sich nun einige Gemeindeglieder von Blankenberg unter Leitung ihres Pfarrers auf nach Weil der Stadt zu einem Besuch. Sie luden dann auch die Weil der Städter zu einem Gegenbesuch ein. Der Kirchengemeinderat beauftragte Frau Irmela Dietz mit der Organisation und so fuhren Frau Pfarrerin Sabine Schneider-Wagner mit Familie und das Ehepaar Dietz zusammen mit dem Posaunenchor am Wochenende 9./10. Oktober nach Blankenberg.

Bei der Ankunft nach viereinhalbstündiger Fahrt wurden wir vom Pfarrer und einigen Gemeindegliedern herzlich empfangen und zu einem kräftigen Mittagsmahl eingeladen. Zahlreiche Gemeindeglieder hatten sich bereit erklärt Gäste zur Übernachtung bei sich aufzunehmen und brachten uns anschließend in unsere Quartiere. Doch wir konnten nicht lange dort verweilen, denn inzwischen hatte sich der Bürgermeister Hans Wietzel eingefunden um die Gäste zu begrüßen und zu einem Ortsrundgang einzuladen. Er zeigte uns die Sehenswürdigkeiten und berichtete auch aus der Vergangenheit, unter der die Gemeinde besonders zu leiden hatte, da sie als Grenzort zugleich Sperrgebiet war, so dass selbst Verwandtenbesuche nur mit Passierschein möglich waren. Er zeigte uns an mehreren Stellen den Verlauf der Grenzbefestigung. Gebäude, die zu nahe an der Grenzbefestigung waren wurden abgerissen und die Bewohnung umgesiedelt. Auch die Burg wurde gesprengt. Inzwischen hat sich die Gemeinde erholt und ist, dank zugeflossener Mittel, sogar schuldenfrei. Auch die Arbeitslosenzahl ist verhältnismäßig gering.
Nach Kaffee und Kuchen, zubereitet von Frauen der Gemeinde, fuhren wir zur Filialgemeinde Sparnberg um in der dortigen Kirche, zusammen mit der Gemeinde, eine Abendandacht zu halten. Wir hatten von unserem früheren Besuch die dortige Barockkirche St. Simon und Judas Thaddäus noch als verwahrlostes Gebäude mit eingefallenem Dach in Erinnerung, welche seit Kriegsende nicht mehr benutzt wurde. Nun freuten wir uns, zusammen mit der Gemeinde, wie schön sie unter tatkräftigem Einsatz der Gemeindemitglieder nach der Renovierung geworden ist.
Nach der Rückkehr und dem Abendessen im Gemeinderaum in Blankenberg schloss sich ein Begegnungsabend an, bei welchem wir anhand von Lichtbildern von Weil der Stadt berichteten.
Am darauffolgenden Sonntag feierte die Kirchengemeinde Blankenberg im Gottesdienst das Kirchweihfest der Gnadenkirche unter Mitwirkung des Posaunenchors. Der Pfarrer freute sich und spielte im Talar mit seinem Waldhorn als Verstärkung im Chor mit.
Der Gottesdienst war gut besucht, es kamen auch Gäste aus umliegenden Gemeinden. In Blankenberg selbst findet der Gottesdienst in zweiwöchigem Wechsel statt, da der Pfarrer noch weitere 7 Gemeinden in seinem Seelsorgebereich zu betreuen hat.
Im Anschluss an den Gottesdienst spielte der Posaunenchor auf dem Platz vor der Kirche noch einige Stücke.
Ein delikates Mittagessen, das die Gemeinde uns im Gemeinderaum bereitet hatte, ließ uns den Abschied schwerfallen. Doch bei dem schönen Wetter machten wir noch eine kleine Wanderung an der Saale hellem Strande.
Nach Kaffee und Kuchen verabschiedeten wir uns von den Gemeindegliedern, die sich so liebevoll um uns gekümmert hatten. Das Gefühl, nicht vergessen zu sein, das durch unseren Besuch deutlich wurde, erfreute sie sichtlich. Auch der Bürgermeister kam und bedankte sich sehr herzlich für unseren Besuch. Wir alle spürten, dass sich die Verbindung der beiden Gemeinden durch unseren Besuch weiter gefestigt hat.
Bericht: Irmela und Hans Dietz; Fotos: Fritz Ehmann
