Seniorenausflug 2017

Geh aus mein Herz und suche Freud

Unter dem Motto „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit an deines Gottes Gaben…“ ging’s um 12.15 Uhr mit dem Bus bei wunderbarem Wetter los und bald waren wir auf der Schwäbischen Alb in Tailfingen. Die erste Gottesgabe war Kaffee und Kuchen, was Senioren am Nachmittag sehr schätzen.
 
Zu Fuß und mit ein paar Regentropfen ging`s dann ins Maschenmuseum Albstadt. Dort gab es eine sehr anschauliche Führung. Es wurde sehr eindrucksvoll die Entwicklung der Maschenindustrie im Raum Albstadt von ca. 1750 bis zur Gegenwart in einer umfangreichen Präsentation auf ca. 1000 qm gezeigt. Die Alb war keine reiche Gegend, 3/4 des Jahres Winter, 1/4 Jahr kalt; arme Bauern durch Erbteilung mit kleinen Äckern und steiniger Boden, der nach dem Einsäen durch den Kalkstein weiß aussieht. Allein von der Landwirtschaft konnte man nicht leben. Fleißig und sparsam musste man sein, um zu überleben. So kam die Strickerei auf und in jedem Haus war eine Strickmaschine, die zu Anfang mit Hand betrieben wurde. Fleißig waren die Leute und fromm. Die Pietisten hatten 2 Arten von Gottesdiensten: Montag früh bis Samstagabend spät hart arbeiten, sonntags früh zum Gottesdienst und nachmittags in die Bibelstunde gehen. Das Evangelium hat auch befreit von Zwängen und man wurde zu Tüftlern und Erfindern. So wurden die Maschinen laufend verbessert, Dampfkraft eingeführt und industriell gefertigt. Die Strickerei und Wirkerei lebt in wenigen größeren Betrieben noch sehr erfolgreich weiter. Allerdings sind Nähereiarbeitsplätze größtenteils weggefallen. Man kann die elastischen Maschenstoffe nicht automatisch nähen; da sind geschickte Hände an der Nähmaschine gefragt. Dieses Museum hat die zweite Gottesgabe erklärt: Verbesserung der Lebenssituation durch harte Arbeit und Entwicklung.

Nach dieser eindrucksvollen Führung ging’s hinauf zum Raichberg, Raichbergturm und Zollernblick. Das war die dritte Gottesgabe: Herrlicher Ausblick von Turm oder Felsen, wunderbare Stimmung durch Sonne, Wolken und Wind. Optimaler Fernblick über halb Württemberg vom Fernsehturm Stuttgart bis zum Hochschwarzwald.
Die vierte Gottesgabe war das zünftige Vesper im Nägelehaus. Es war ein sehr gelungener Ausflug und alle waren begeistert.

Heinz Stöckle