Gottesdienstteam

im christlichen Glauben gemeinsam unterwegs

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Gottesdienstteam

Das Gottesdienstteam bereitet einzelne Gottesdienste zu bestimmten Themen oder Tagen vor – so etwa die Gottesdienste zum Buß- und Bettag oder am Abend des Gründonnerstag oder auch zu bestimmten Person wie schon Dietrich Bonhoeffer oder Paul Gerhardt.

Seit zwei Monaten laufen auch Planungen für einen Abendgottesdienst im Distrikt Weil der Stadt, also mit den Gemeinden in Schafhausen, Merklingen, Münklingen und Hausen gemeinsam.

Für diesen Gottesdienst wurde bereits eine Struktur erarbeitet: Nach einer Einstiegsphase und einer thematischen Hinführung mit Kurzpredigt gibt es eine offene Phase, in der verschiedene Angebote in der Kirche gemacht werden.

Wir suchen Menschen,

-          die Lust haben einen Gottesdienst inhaltlich intensiv und gut vorzubereiten,

-          das gemeinsam mit anderen zu tun,

-          und darauf zu achten, dass die Atmosphäre im Gottesdienst ansprechend und angenehm gestaltet ist.

Sie bringen mit:

-          Offenheit für eigene Ideen und die Ideen von anderen,

-          die Bereitschaft sich auf das gemeinsame Vorbereiten einzulassen

-          und sich mit anderen inhaltlich und von der Gestaltung her auseinanderzusetzen.

Wir bieten

-          eine reizvolle Aufgabe mit beweglichem Zeitaufwand, weil das Team sich für einen Gottesdienst jeweils wieder neu abspricht;

-          die Möglichkeit, andere nette Menschen kennenzulernen, denen der Gottesdienst am Herzen liegt;

-          Gestaltungsmöglichkeiten für eine Feier des Gottesdienstes, die den Beteiligten entspricht;

-          die Chance, eigene kreative Ideen auszuprobieren und ggf. umzusetzen.

Ansprechpartnerinnen:

-          Petra Brinkmann
(Tel. 80409),
Kristin Johansson
(Tel. 691363), Pfr. Albrecht Fischer-Braun (Tel. 7726)

 

Ein Beispiel für die Arbeit des Gottesdienstteams: Die Liturgische Nacht am Gründonnerstag, 1. April 2010 zum Thema "In mir ist alles aufgeräumt und heiter"

 

Liturgische Nacht am Gründonnerstag, 1. April 2010 „In mir ist alles aufgeräumt und heiter“ (Mascha Kaleko)

Vorspiel: Hintergrundmusik und Gedicht von Mascha Kalek:

 

Sozusagen grundlos vergnügt ...

Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehen
und daß es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
wenn Heckenrosen und Holunder blühen,
daß Amseln flöten und daß Immen summen,
daß Mücken stechen und daß Brummer brummen,
daß rote Luftballons ins Blaue steigen,
daß Spatzen schwatzen und daß Fische schweigen..

Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht
und das die Sonne täglich neu aufgeht.
Das Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, daß ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
- weil er sich selber liebt - den Nächsten lieben.
Ich freue mich, daß ich mich an das Schöne
und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Daß alles so erstaunlich bleibt und neu!
Ich freu mich, daß ich,  daß ich mich freu.

Begrüßung

Liederblock:

Create in me a clean heart; Gott ist gegenwärtig (EG 165, 1.6-8); O Heilger Geist (EG 130, 1.3.7); Aus der Tiefe rufe ich zu dir;Thy Word

Gebet/Psalm

wir wollen heute Abend zu Dir kommen.

Du siehst uns so, wie wir sind,

mit unserer inneren Unruhe und Unordnung, mit unseren Sorgen, aber auch mit unserer Freude.

Du weißt, was uns zum Lachen bringt, aber auch was unsere Stirn in Falten legt.

Danke, dass Du uns so gut kennst.

Danke auch, dass wir uns von Dir Frieden und Gelassenheit erbitten können.

Du weißt, wie nötig wir dies oft haben.

Du willst der Grund unserer Heiterkeit sein, hilf uns, dass wir uns darauf verlassen können.

Sei uns nahe, wenn wir nun in der Stille weiterbeten

Stille

Wer bittet, dem wird gegeben. Wer sucht, der wird finden. Wer anklopft, dem wird aufgetan.

Bildersequenz: Vom Rebschnitt bis zu reifen Trauben

Lesung: Joh 15, 1-4

Lieder: Blowin in the wind Unfriede herrscht auf der Erde

Impuls und Einleitung zur Offenen Phase

„In mir ist alles aufgeräumt und heiter“ – das scheint weg weg, weit her geholt. Kann das überhaupt sein, oder wäre das – wenn man an den Scientology-Film von gestern denkt – so ein Fall, wo man nur oft genug die Frage hören muss, ob wirklich alles in einem aufgeräumt und heiter sei, damit man dann doch irgendwas findet und zugeben muss: Es ist nicht alles sauber, nicht alles in bester Ordnung, und – was die innere Wetterlage anlangt - höchstens „heiter, teils wolkig“

„sozusagen grundlos vergnügt“ hat Mascha Kaleko über ihr Gedicht geschrieben. Und darin erinnert sie zugleich an einige Gründe, die mich vergnügt machen können: die Schönheit der Welt und des Lebens, das Gott geschaffen hat; dass ich lebe; dass ich mich freuen kann. Aber sind das wirklich Gründe vergnügt zu sein?
Zwingend ist das jedenfalls nicht. Wer das Leben eher als Mühe sieht, als Leidensweg, von dem es frei zu werden gilt, oder wer im Leben mehr Ungerechtigkeit oder gar Brutalität sieht, wird sich daran nicht freuen können.

Doch die Dichterin spricht auch noch drei weitere Punkte an: die Leiter zwischen Erde und Himmel – wie im Traum von Jakob, als er auf seiner Reise in das Land seiner Vorfahren ausruhte und die Leiter sah, an der die Engel auf- und niederstiegen.

Und von hier schlägt Mascha Kaleko eine direkte Brücke zur Liebe – zur Liebe zu uns selbst, die uns dazu führen soll, dass wir auch unsere Nächsten lieben. Wo wir uns mit dem Himmel selbst verbunden fühlen, um diese Verbindung wissen, da können wir auch uns selbst lieben und nicht einmal die Nächstenliebe wird für uns zum fordernden Gebot, sondern wir können das einfach tun.

Das Dritte ist: sie kann das Schöne als Wunder sehen. Ich glaube, dass das den Unterschied ausmacht zwischen dem, wo es so exakt aufgeräumt ist und so „geschleckt“, wie man manchmal sagt, dass es schon nicht mehr gemütlich ist, weil die geordnet-saubere Atmosphäre kühl wirkt, sondern wo das Aufgeräumte eben noch heiter wirkt: Wo im Aufräumen noch Raum bleibt für das Erstaunen und nicht die totale Ordnung ausrottet.

Es sind ja nicht die äußeren Dinge, die sie selbst aufgeräumt hat. Sie lässt sich vielmehr anstecken von dem, was sie erlebt: von den Wolken am Himmel, von den Blüten, die sich uns jetzt auch bald wieder zeigen werden, aber auch von den stechenden Mücken. Ja: gehören nicht sogar die Blütenpollen auch mit dazu, die gerade schon wieder beginnen, so manches unter uns zu plagen? „Da steckt ein Sinn dahinter, auch wenn die Neunmalklugen ihn nicht sehn“ – oh, da fühle ich mich zuerst einmal bei den „Neunmalklugen“ angesprochen und Sie vielleicht auch, wenn Sie ähnlich wie ich den Sinn auch hinter den Dingen sehen, gerne verstehen möchten, was wichtig ist und was Gott will.

Doch es stimmt wohl: „Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen.“ Deshalb haben wir nun eine offene Phase mit sechs Stationen in der Kirche:

1.    Wenn Sie sich näher mit dem Gedicht befassen möchten und Ihre Gedanken dazu mit anderen teilen … à stilles Gespräch an der Wand

2.    „Recycling-Kunst“ im Vorraum

3.    Brief an jemanden schreiben – bei der Arche

4.    Schwimmkerzen am Taufstein

5.    Klagemauer und Fürbitten im Chorraum

6.    Einzelsegnung  beim Seiteneingang

Offene Phase

Lieder:

 Mon ame se repose;  Bist du mein Gott; Durch das Dunkel hindurch

Einleitung zum Abendmahl

An seinem letzten Abend versammelte Jesus seine Freundinnen und Freunde zu einem gemeinsamen Essen. Aus diesem letzten gemeinsamen Mahl wurde ein Mahl der Erinnerung, nicht an etwas, das längst vorbei ist, sondern zur Erinnerung an Jesus, der auch heute noch und immer wieder unsere Einbahnstraßen durchkreuzt, um uns zurückzubringen
auf den Weg des Lebens,
auf den Weg der Versöhnung,
auf den Weg des Vergebens,
auf den Weg des Friedens.
Wir kommen zusammen,
so wie auch seine Freundinnen und Freunde kamen:
unsicher, ängstlich,
mit Zweifeln, mit zwiespältigen Gefühlen,
auch voreinander,
und erleben aufs Neue,
daß Gott uns annimmt, wie wir sind,
und uns stärken will
und unser Denken, Fühlen und Tun
zu Jesus hin lenken, der sagt:
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

An diesem Abend saß er mit den Seinen zusammen. Da nahm Jesus das Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab allen davon. Dazu sagte er: Nehmt und eßt! Das ist mein Leib. Ich gebe ihn für euch alle.
Dann nahm er den Becher, dankte Gott dafür und reichte ihn herum. Dazu sagte er: Nehmt und trinkt alle davon! Das ist mein Blut. Es wird vergossen für euch alle.
So zeigt sich: Gott liebt euch und vergibt euch. Macht es ebenso: Brecht das Brot, teilt den Becher. Empfangt Gottes Liebe und Vergebung und gebt weiter, was ihr empfangen habt.

Vor uns ein Tisch / gedeckt,  auf diesem Tisch – Brot und Wein.
Gaben, die Gott uns gab, gefüllt – mit Zuwendung,
gefüllt – mit der Zusage: ich werde bei dir sein,
gefüllt – mit Nähe: nimm mich in die Hand, fühl mich.
Nimm mich in den Mund, schmeck mich.
So nah wie der Geschmack / des Brotes und des Weines, so nahe bin ich dir.
Wir trinken nicht nur Wein / und essen nicht nur Brot: Wir nehmen Gott auf.
Gottes Licht – für unser Dunkel,
Gottes Kraft – für unsere Schwäche,
Gottes Trost – für unsere Tränen,
Gottes Klarheit – für unsere Zweifel,
Gottes Hoffnung – für unsere Aussichtslosigkeit,
Jesu Leben – für unseren Tod.
Wir nehmen Gott auf / in Brot und Wein, die auf dem Tisch stehn.
Unsere Augen sehen nicht mehr als Brot und Wein.
Die Augen des Glaubens aber – entdecken Jesus – in Brot und Wein,
die auf dem Tisch stehn, den Gott uns deckt / im Angesicht der Feindinnen und Feinde
– alles dessen, was uns bedroht.
Gott deckt uns den Tisch mit Kraft und Hilfe / in allem, was uns schreckt und ängstigt.
Wir danken Gott für diesen Tisch, der uns Frieden bringt in dieser friedlosen Welt.

Heute Abend sind wir deine Gäste: Du hast uns eingeladen, und wir haben uns einladen lassen. Uns alle hast du eingeladen:  uns, die Glaubenden und Zuversichtlichen, uns, die Zweifelnden und Fragenden, uns, die Fröhlichen und Zufriedenen
und uns, die Traurigen und Müden. Du machst uns Mut, so zu dir zu kommen,
wie wir sind. Du kennst auch unsere Bedenken, die wir voreinander haben.
Du weißt, daß wir uns untereinander oft so schwer verstehen.
Befreie uns dazu, einander als Schwestern und Brüder anzunehmen
und so miteinander deine Gegenwart zu feiern.
Deine Gäste sind wir. Du bist mitten unter uns.
Öffne unsere Augen, daß wir dich erkennen.
Öffne unsere Ohren, daß wir deine Stimme hören.
Öffne unsere Herzen, daß wir dir Raum geben in uns.
Laß uns deine Güte und Freundlichkeit schmecken
durch Jesus Christus. 

 

Friedensgruß

Austeilung

Im großen Kreis um Taufstein, Altar und Osterkerze mit Fladenbrot und Traubensaft

Abschlussgebet

Gott,  wir sehen viel Unordnung und Chaos in der Welt.

Auch in uns gibt es vieles, das uns unruhig macht.

Alte Verletzungen, alte Ängste und Widerstände.

Hilf uns, sie nicht nur zu verdrängen, sondern sie heilen zu lassen und vielleicht auch aus ihnen zu lernen.

Hilf uns, dass wir alte Träume und Hoffnungen nicht nur als Ballast ansehen,

sondern lernen so mit ihnen umzugehen, dass Sie eine Quelle der Inspiration und der Kraft werden.

Wenn wir auf unsere nahe Umgebung schauen,

sehen wir oft Missverständnisse, Zerwürfnisse, Kleinmut und mangelnde Liebe, die uns unser Zusammenleben schwer machen.

Es ist nicht leicht, klärende Worte zu sprechen und offen mit den Problemen umzugehen.

Gib uns Mut und Zutrauen, dass wir Schwierigkeiten ansprechen und dadurch zum Frieden um uns herum beitragen können.

Wir sehen auch auf die großen Probleme und das Leid auf der ganzen Welt.

An Gründonnerstag erinnern wir uns daran, dass Du mit allen Menschen Gemeinschaft haben willst, und gleichzeitig wissen wir, dass viele Menschen nicht einmal das Nötigste zum Leben haben.

So wie Du allen Menschen zum Bruder geworden bist, sind auch wir aufgerufen, gerade leidenden Menschen als unserem Bruder und unserer Schwester beizustehen.

Zeige uns Wege, wie wir helfen können und sei den leidenden Menschen nahe.

Du weißt, wie dringend Dich diese Welt braucht.

Alle weiteren Bitten, Ängste und Hoffnungen legen wir in das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser…

Schlusslied: Nun sich der Tag geendet (EG 481, 1 – 5)

Hinweis auf weiteren Verlauf des Abends

Segen

Abschluss: Kaleko-Gedicht und Hintergrundmusik