Visitation 2011

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Visitation 2011

Die Visitation der Kirchengemeinde begann nach umfangreichen Vorbereitungen mit dem Gemeindeforum am 18. Februar 2011 in der Aula des Schulzentrums. Viele Gruppen stellten sich vor, Angebote wurden präsentiert in der ersten Phase, dem sog. "Marktplatz" zwischen 17.30 und 19 Uhr.

Der Flötenchor spielte zwischendurch ein Ständchen, dann leitete der Posaunenchor zum zweiten Teil über. Nach einer Einstimmung von Moderator Pfr. Dr. Widmann (Perouse) stellten der 1. Vorsitzende des KGR, Friedrich Klein, mit Pfarrerin Schneider-Wagner und Pfr. Fischer-Braun den PfarrPlan und die Überlegungen für die Umsetzung im Distrikt Weil der Stadt vor.

Dominik Hanselmann und Eckhard Schlegel präsentierten anschließend die Aktivitäten der Evang. Jugend und die Planungen für ein Evang. Jugendwerk Weil der Stadt, das am 4. April gegründet werden soll.

Dr. Paul-Gerhard Martin erinnerte an eine Umfrage, die im Jahr 2008 durchgeführt wurde und zeigte auf, welche Erwartungen insbesondere im Blick auf die Gottesdienste und ihre Gestaltung geäußert wurden.

In fünf Interviews befragte Pfr. Widmann dann Repräsentanten des öffentlichen Lebens in Weil der Stadt: Fr. Kübler vom Amt für Jugend und Soziales der Stadtverwaltung, Pfr. Gruber von der kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul, Hr. Riedle, bis vor Kurzem Vorstand in der Sportvereinigung Weil der Stadt, Hr. Ofterdinger, Vorsitzender der Bürgeraktion Weil der Stadt "Miteinander - Füreinander" und Rektor Kaiser von der Peter-Härtling-Schule.

In einem weiteren Schritt waren alle Anwesenden gefragt und sollten Antworten auf drei Fragen geben: Was ihnen gut gefallen hat an diesem Abend, wo sie positive Punkte sehen - wo ein Problem sichtbar wird und bearbeitet werden sollte - wo Kirchengemeinderat und Verantwortliche in Zukunft verstärkt nachdenken sollten.

Die Karten wurden gesammelt und erste Eindrücke mitgeteilt. Sie wurden bei der Klausurtagung des Kirchengemeinderates nochmals intensiv studiert. Im Gespräch mit zahlreichen Verantwortlichen aus den unterschiedlichen Bereichen der Gemeindearbeit wurden anhand des Fragenkataloges der Landeskirche Wahrnehmungen zu den Arbeitsbereichen besprochen, wo bereits Entscheidungen getroffen wurden, aber auch, wo es weiteren Beratungsbedarf gibt, weil Punkte ungeklärt sind.

Das Alles ist in den Gemeindeleitungsbericht eingeflossen, den wir auch in gedruckter Form in der Brenzkirche auslegen. Er kann ebenso online gelesen oder als pdf-Datei heruntergeladen werden - s.u.

Bilder vom Gemeindeforum können Sie ebenfalls auf dieser Seite sehen (per Klick auf die Pfeile schalten Sie jeweils um ein Bild weiter; das Feld mit mehrern kleinen Feldern lädt eine Übersicht, aus der Sie dann einzelne Fotos auswählen können). Herzlichen Dank an das Ehepaar Kienzle, an Thomas Berliner und Thomas Wagner, die die Bilder aufgenommen und zur Verfügung gestellt haben!

Der Gemeindeleitungsbericht kann hier heruntergeladen werden

gemeindeleitungsbericht_a4.pdf

Bilder vom Gemeindeforum am 18. Februar 2011

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Gemeindeleitungsbericht zur Visitation 2011

Ausschnitt des Ambo in der Brenzkirche. Holzbildhauer Eberhard Rieber hat hier das Ölbaumgleichnis aus dem Römerbrief dargestellt: „Du sollst wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern Wurzel trägt dich.“ (Röm 11, 18)

Wozu eine Visitation, ein Gemeindeforum, einen Gemeindeleitungsbericht und zahlreiche Gespräche zwischen Einzelnen und Gruppen der Kirchengemeinde mit den Visitatoren? Diese Frage stellen sich wohl nicht nur in der Evang. Brenzkirchengemeinde Weil der Stadt so manche Gemeindemitglieder. Bei ersten Annäherungen an die „neue“ Visitationsordnung zeigt sich manch Bekanntes, doch zugleich bietet sie auch neue Möglichkeiten, die nicht nur auf eine möglichst gute Darstellung nach außen zielen, sondern als hilfreiche Momente im Sinn von 1. Thess 5,21 verstanden werden können: „Prüft aber alles und das Gute behaltet.“

Für das Gemeindeforum als Auftakt der Visitation wurde deshalb der Schwerpunkt auf die Darstellung der wichtigsten aktuellen Themen gelegt: Veränderungen im Pfarrdienst, bei den Gottesdiensten, in der Jugendarbeit einschließlich der Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen, der Stadt Weil der Stadt und der katholischen Kirchengemeinde. Dieser Gemeindeleitungsbericht wurde durch ein Klausurwochenende des Kirchengemeinderates zusammen mit weiteren Verantwortlichen aus verschiedenen Gemeindebereichen vorbereitet. Nach intensiver Disussion im Kirchengemeinderat nahm eine Redaktionsgruppe letzte Korrekturen vor.Der Bericht benennt Wahrnehmungen, Eindrücke und Entscheidungen. An einigen Stellen werden offene Fragen formuliert. Sie richten sich nicht alleine an die Visitatoren; Antworten sollen auch nicht nur vom Kirchengemeinderat gefunden werden, sondern alle Angehörigen unserer Kirchengemein-de sind eingeladen ihre Gedanken, weiterführende Fragen und auch kritische Anmerkungen zu äußern - im Gespräch mit Mitgliedern des Kirchengemeinderats, durch einen Anruf, eine Mail oder einen Brief.

Gemeindeprofil: In welchem Kontext lebt die Gemeinde?       (1)

 

Die Einwohnerzahl der gesamten Kommune wie auch der Kernstadt ist mit 19.000 bzw. 9.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in den letzten Jahren recht konstant.

Die Kirchengemeinde ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Zuge des Eisenbahnbaus als „Diaspora“-Gemeinde in der ehemals katholischen freien Reichsstadt Weil entstanden, freilich in unmittelbarer Nähe zum früheren württembergischen Amt Merklingen und dem evangelischen Dorf Schafhausen. Nach anfänglicher Unterstützung aus diesen beiden Gemeinden gewann sie rasch ihre Unabhängigkeit (selbständige Gemeinde mit eigenem Pfarrer und Brenzhaus als Pfarrhaus seit 1887, Brenzkirche 1889, benachbartes Pfarrhaus 1911) und wuchs - in den letzten Jahrzehnten begünstigt durch die Lage im „Speckgürtel“ der Landeshauptstadt Stuttgart und zugleich der Nähe zum Industrieschwerpunkt Böblingen/Sindelfingen -  durch Zuzug evangelischer Neubürger ständig an. Nach einem Höchststand im Jahr 2004 mit 2931 Gemeindegliedern hat die Kirchengemeinde Anteil am gesamtkirchlichen Rückgang der Mitgliederzahlen und zählt derzeit noch 2782 Angehörige (s. dazu Seite {Grafik Entwicklung Zahlen})

 

Im Jahr 2000 hat die Gemeinde ein Leitbild formuliert. Darin heißt es: „Mit der biblischen Botschaft sind wir in ökumenischer Gemeinschaft gemeinsam unterwegs. Wir verstehen die Bibel von Jesus Christus her und erfahren durch sie von Gott. … In Jesus Christus ist er uns nahe gekommen, hat uns versöhnt und angenommen. … Wir als Gemeinde wollen einladend und offen sein für interessierte Menschen. … Wir antworten auf Fundamentalismus und Fremdenfeindlichkeit mit Gesprächsbereitschaft und ökumenischer Partnerschaft. … Wir fragen nach der Bedeutung der Bibel für heute, nach Anstößen und Anregungen aus unseren Traditionen für unser Leben.“

Im Spektrum der Landeskirche nimmt sie eine eher liberale Haltung ein. Zugleich hat sich aus einem Hauskreis heraus die kleine Gruppe des „Lichtstrahl“ entwickelt, die sich der Liebenzeller Gemeinschaft angeschlossen hat und wöchentlich einen eigenen Gottesdienst am Sonntagabend im Pfarrhaus feiert sowie eine eigene Jugendgruppe im Brenzhaus anbietet.

Das religiöse Umfeld ist - wie auch schon am Stadtbild sichtbar wird - geprägt von der traditionell vorherrschenden katholischen Kirche in der Kernstadt. Der erwähnte Zuzug evangelischer Gemeindemitglieder und ein Rückgang bei den Angehörigen der römisch-katholischen Kirche auf 2906 (Ende 2010) hat zu einer Angleichung der Gemeindegrößen geführt. Das Thema Ökumene ist in vielerlei Zusammenhängen präsent. Ein erheblicher Teil der Mitglieder der Kirchengemeinde lebt in konfessionsverbindenden Familien. Das spiegelt sich deutlich bei Taufen und Trauungen wider: in gut 25% der Tauffamilien sind die Eltern gemischt-konfessionell (ev. - rk.); insgesamt ist bei jeder zweiten Tauffamilie nur ein Elternteil evangelisch, was auch den Zahlen bei Trauungen entspricht. Entsprechend stark ist die ökumenische Durchmischung in vielen Bereichen der gemeindlichen Arbeit - auch dann, wenn Angebote oder Teams nicht explizit ökumenisch arbeiten.

Die freikichliche „Christusgemeinde“, die seit 1998 ein eigenes Gemeindezentrum in der Nähe des Bahnhofes betreibt und von einem Pastor betreut wird, zieht zahlreiche jüngere Familien an und ist durch eine rege „Royal Rangers“-Arbeit sehr aktiv.

Die Ahmadiyya-Gemeinde, eine muslimische Reform-Abspaltung mit Zentren in Pakistan und London, hat im Herbst 2008 ebenfalls nahe am Bahnhof ihre Qamar-Moschee eingeweiht. Dem Moscheebau waren teils heftige Auseinandersetzungen in Weil der Stadt vorausgegangen. Die beiden großen Kirchengemeinden haben sich durch gemeinsame Information aufklärend in die Diskussionen eingebracht.

 

In den letzten Jahren haben sich städtischer Gemeinderat und Stadtverwaltung im Bereich der professionellen Jugendarbeit stark eingesetzt und die Personalstellen im Kinder- und Jugendbüro sowie bei der Schulsozialarbeit deutlich ausgeweitet. Im Mensagebäude am Schulzentrum in der Jahnstraße wurde ein Kinder- und Jugendcafé eingerichtet, das auch von Kindern und Jugendlichen aus dem nahegelegenen Wohngebiet „Schießrain“ gut angenommen wird. Die Kooperationen verschiedener Träger von Jugendhilfeangeboten, ebenfalls von Polizei und Jugendgerichtshilfe, werden im Fachkräftegremium Jugendarbeit gefördert, in dem Pfarrer Fischer-Braun mitarbeitet.

Die Kirchengemeinde macht seit Herbst 2007 ein Angebot im Rahmen der Ganztagsschule (Haupt- und Förderschule). Die Freiwillige im FSJ war zunächst in der Betreuung beim Mittagessen und bei den Hausaufgaben aktiv; durch die Zusammenarbeit mit dem Bezirksjugendwerk wird seit Herbst 2008 ein Aktivangebot im Nachmittagsprogramm der Ganztagesbetreuung angeboten. Der Schritt der Kirchengemeinde in die Ganztagesschule war auch motiviert durch die Beobachtung, dass die Angebote der Kirchengemeinde ansonsten - mit Ausnahme des Kindergartens - sehr milieuspezifisch sind und viele Milieus gar nicht angesprochen werden. Ein Referat von Dr. Thomas Leyener im Rahmen der Ökumenischen Kirchengemeinderatssitzung 2010 vertiefte die eher unbewusst vorhandene Einsicht in die Milieuverengung der Kirchengemeinde(n). Zugleich wurde deutlich, wo in Weil der Stadt welche Milieus anzutreffen sind. Welche konkreten Schritte für die kirchengemeindliche Arbeit hieraus abzuleiten sind, soll auch im Rahmen der Visitation und darüber hinaus bedacht und mögliche Konsequenzen sollen umgesetzt werden.

 

Auch wenn die aufgrund eine Datenerhebung von Creditreform aus dem Jahr 2008 entstandenen Karten hier nicht wiedergegeben werden dürfen, so lassen sich die wesentlichen Erkenntnisse doch wie folgt beschreiben: Fast überall in Weil der Stadt sind die Milieus der Etablierten und Postmateriellen stark vorhanden, am schwächsten in den Bereichen Heinrichsberg und untere Altstadt. In der Altstadt ist ansonsten das Milieu der modernen Performer sehr stark, etwas weniger im Wohngebiet Häugern (Emil-Haag-Straße). Der Anteil von Konservativen sowie Traditionsverwurzelten ist eher gering und auf je einen „Streifen“ im Westen und Osten beschränkt, während der Bereich zwischen Graben-/Merklinger und Malmsheimer Straße kaum jemanden aus diesen Milieus aufweist. Hier sind dafür Hedonisten zu finden und - speziell im Schießrain- und Kolpingweg erstaunlich viele - Experimentalisten. Ebenfalls erstaunlich ist, dass das Milieu der bürgerlichen Mitte kaum eine Rolle spielt.

Blickt man auf den sozialen bzw. materiellen Status, wird deutlich: im Westen wohnen v.a. Wohlhabende, während in der Altstadt und nördlich davon sowie im Osten Menschen eines mittleren und wohlhabenden Status leben.

Im geografisch mittleren „Streifen“ und um die Malmsheimer Straße sind viele Singles anzutreffen (von denen mehr einem mittleren als dem Status der Wohlhabenden zugerechnet werden), während Familien mit Kindern außer im südwestlichen Bereich und am südlichen Heinrichsberg überall zu finden sind; in diesen beiden Bereichen leben v.a. (ältere) Paare. Alleinstehende Senioren trifft man neben dem Bürgerheim v.a. in der Garten- und Keltenstraße an.

 

Herausforderungen für die Kirchengemeinde werden v.a. in drei Bereichen gesehen:

 

Es scheint 1. so, als gäbe es kaum einen Bevölkerungsanteil mit einfachem Status. Dies steht allerdings im Widerspruch zu dem hohen Zuspruch bei den Verschenkbörsen der Kirchengemeinde (s. S. 10), ebenso zu den Erfahrungen und Eindrücken, die Beschäftigte der Stadtverwaltung im Blick auf die Zunahme von sozialer/wirtschaftlicher Bedürftigkeit äußern wie auch zu der verstärkten Nachfrage nach finanzieller Unterstützung durch die Kirchengemeinde in den letzten Jahren. Bei den unter 15Jährigen haben in den letzten Jahren die Sozialgeldempfänger (SGB II) zugenommen, während die Arbeitslosigkeit der 15-25Jährigen erfreulicherweise zurückgegangen ist.  Wie kann den Menschen, die in Weil der Stadt im Schatten der großen Mehrheit an Wohlhabenden leben, angemessen begegnet werden? Die Verschenkbörse ist hier ein wichtiges Angebot, ebenso die individuelle Mitarbeit von Gemeindemitgliedern bei der Kleiderbörse der Kath. Kirchengemeinde.

 

Die Daten aufgrund der Milieustudie verstärken 2. den Eindruck, dass eine große Vielfalt an Einstellungen kennzeichnend für die Menschen in Weil der Stadt ist. Allgemein wie auch für die Kirchengemeinde ist davon auszugehen, dass aufgrund der stark vertretenen Milieus von Postmateriellen, modernen Performern und auch Experimentalisten eine Gemeindearbeit, die vor allem auf Tradition und Konservation setzt, an Vielen vorbeigeht. Es wird (auch) in Zukunft (weiter) darum gehen, „mit der Zeit“ zu gehen und am Puls der Zeit zu sein, ohne sich an bloße Trends zu verlieren.

 

Betrachtet man 3. auch die Altersstruktur, erweist sich im Rückblick die Schwerpunktsetzung bei der Jugendarbeit seit dem Jahr 2000 als richtig - und ebenso ein zweiter Schwerpunkt bei Angeboten für Erwachsene. Vielfach nehmen Menschen im Alter von 55 bis 75 Jahren Angebote der Kirchengemeinde wahr; auch bei denjenigen über 65 sind es häufig Angebote, die sich nicht spezifisch an Senioren richten. Denkt man an die starken Jahrgänge der Jugendlichen, erscheint die Gründung des Evang. Jugendwerks noch zum richtigen Zeitpunkt zu kommen - und es wäre wunderbar, wenn sich aus der Generation der 40-60jährigen Menschen zur Mitarbeit im Jugendwerk motivieren ließen.

 Die Altersstruktur der Kirchengemeinde entspricht grob dem bundesdeutschen Bild. In der Grafik sind unter den in kräftigeren Farben dargestellten Werten der Evang. Kirchengemeinde Weil der Stadt die bundesdeutschen Werte etwas heller hinterlegt (linear auf vergleichbare Zahlen umgerechnet).  Auffällig ist der überdurchschnittliche Anteil von Männern und Frauen Anfang 70, ebenso die stark hohe Zahl von Jugendlichen, was sich in den Konfirmandenzahlen der letzten Jahre ebenfalls widerspiegelt: diese waren sehr hoch und gehen seit 2010/11 wieder zurück.

 

Finanzielle Engpässe bei der städtischen Sozialstation lösten Überlegungen für eine Neustrukturierung in Stadtverwaltung und Gemeinderat aus. Die Kirchengemeinden wurden ebenso beteiligt wie der Förderverein Sozialstation Weil der Stadt, der Krankenpflegeverein Merklingen und die Paul-Wilhelm-von-Keppler-Stiftung, die das Altenzentrum Bürgerheim schon bisher betrieben hatte. Als neue Struktur wurde die Form einer gemeinnützigen GmbH gewählt mit der Stadt Weil der Stadt, der Wilhelm von Keppler-Stiftung und den Kirchengemeinden als gleichberechtigten Gesellschaftern. Die katholische und die evangelische Seite haben ihr Drittel wiederum gleichmäßig aufgeteilt, so dass die evangelischen Kirchengemeinden im Distrikt gemeinsam mit insgesamt einem Sechstel Gesellschafter sind.

 

Mit dem Neubau eines Altenpflegeheims in Merklingen wurden dort auch Räume für die Sozialstation und das Büro des Ambulanten Hospizdienstes neu geschaffen.

 

In der evang. Kirchengemeinde war in den vergangenen Jahren die Umsetzung des PfarrPlans 2011 ein wichtiges Thema, das insbesondere den Kirchengemeinderat und die Vorsitzenden viel Arbeit und Zeit gekostet hat. Ein erster Anlauf mit externem Moderatorenteam wurde nach über einem Jahr beendet; in einer zweiten Runde zeichnet sich nun eine Lösung ab, welche die Ziele „4 volle und attraktive 100%-Pfarrstellen“ und „evangelisch in Weil der Stadt“ durch eine Beteiligung aller fünf Kirchengemeinden auf dem Gebiet der Kommune Weil der Stadt in erreichbare Nähe rückt.

Allerdings zeigen Reaktionen auf die anstehenden Veränderungen, dass es z.B. im Blick auf die Kinderkirche und die Ökumenische Kinderbibelwoche Ängste und Befürchtungen gibt, wie diese derzeit gut funktionierenden Arbeitsbereiche eine Veränderung verkraften, wenn die Leitung für diese Angebote nicht mehr bei einer hauptamtlichen Kraft liegt, die in der eigenen Kirchengemeinde lebt.

 

Gottesdienst

Gottesdienst                                   (2)

In der Beschreibung des Bausteins Gottesdienst hat der Kirchengemeinderat mit weiteren am Gottesdienst Beteiligten formuliert: „Der Gottesdienst in seinen unterschiedlichen Formen ist der Mittelpunkt des Gemeindelebens. Er ist Ort der Hinwendung zu Gott, Besinnung, Seelsorge, Gemeinschaft und Stärkung durch Gottes Wort, Gebet und Segen, Musik und Stille. Die Predigt vermittelt Lebenshilfe, Denkanstöße und Impulse für den Alltag.“


Regelmäßige Gottesdienste finden sonn- und feiertags - auch an den „zweiten“ Feiertagen - jeweils um 10.00 Uhr in der Brenzkirche statt. Die im Rahmen des Pfarrplans 2011 vorgesehene Kooperation mit Schafhausen könnte zu einem Wechsel des Gottesdienstbeginns (stets oder auch nur im Falle von Doppelgottesdiensten) auf 10.30 Uhr führen. Über die Anlässe besonderer Feiertage hinaus und unabhängig von ihnen wird einmal monatlich der Gottesdienst mit Abendmahl (alkoholfrei, Einzelkelch) gefeiert. Ebenfalls ist ein Sonntag pro Monat als Taufsonntag vorgesehen. Der Gottesdienst ist gut besucht; selten kommen weniger als 50 Personen. Der relativ kleine Kirchenraum (max. 250 Personen einschließlich Querschiffe und Emporen) kommt der Stimmung der Gottesdienste auch bei eher geringen Besucherzahlen zugute, denn auch dabei entsteht rasch ein „Gemeinde“-Gefühl. Dafür ist die Kirche an den großen kirchlichen Feiertagen oder bei Konfirmationen regelmäßig überfüllt, was insbesondere bei Konfirmationsfeiern zur Aufteilung der Konfirmanden auf zwei oder mehr Gottesdienste zwingt. Die Begrüßung der Gottesdienstbesucher am Eingang durch Vertreter der Kirchengemeinde (meist des Kirchengemeinderats) und die offene, lebensnahe Grundstimmung der Gottesdienste werden geschätzt und fallen besonders auswärtigen Besuchern positiv auf. Das auf der Klausurtagung im letzten Jahr angedachte Gottesdienstbegleitheft für Kinder und Erwachsene soll neu in Angriff genommen werden. Es soll grundlegende und kindgerechte Informationen und Erläuterungen zum Gottesdienst in ansprechender Form bieten.


Gottesdienstkultur: Die Vielfalt wird wertgeschätzt, weil sie unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Entsprechend vielfältig stellt sich auch das Gottesdienstteam dar.  Es setzt sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen, die sich je nach Anlass und terminlichen Gegebenheiten neu konstituieren (Abendgottesdienst im Distrikt, von Frauen gestalteter Ökumenischer Gottesdienst im Rahmen der Frauenwochen, Liturgische Nacht am Gründonnerstag, Filmgottesdienst, thematische Gottesdienste, Gottesdienst am Buß- und Bettag). Die Vielzahl der Mitarbeitenden und die kleine Schnittmenge zwischen den Gruppen wird auch als Reichtum wahrgenommen. Die Überschneidung bei den Mitarbeitendenteams zwischen dem Weil der Städter Gottesdienstteam und den “Aufgenommen” - Gottesdiensten (Abendgottesdienste im und für den Distrikt) sorgt teils für Engpässe bei den Vorbereitungen.


Sondergottesdienste sind relativ häufig - durchschnittlich wird mehr als ein besonderer Gottesdienst im Monat gefeiert. Deshalb kann die Vorbereitung zum Teil die von Mitarbeitenden gewünschte theologische Tiefe nicht erreichen. Allerdings braucht inhaltlich tief gehende Vorbereitung mehr Zeit, die auch bei manchen ehrenamtlich Mitarbeitenden knapp ist. In Zukunft soll versucht werden, die Termine für besondere Gottesdienste, die im Team vorbereitet werden, längerfristig bekannt zu geben, damit diejenigen, die sich für die Mitarbeit interessieren, entsprechend besser planen können.


Kinderkirche: Die Kinderkirche findet sonntags (außer in den Ferien) zur Zeit des Hauptgottesdienstes (mit gemeinsamem Beginn) statt. In der Regel kommen in den letzten Jahren zwischen fünf und 15 Kindern (beim Krippenspiel ca. 35 Kinder). Das Mitarbeiterteam besteht hauptsächlich aus Müttern und Vätern, dazu seit Neuerem 2 Jugendlichen. Das Angebot der Kinderkirche hat sich in den letzten zehn Jahren stetig vergrößert. Es gibt einen Kinderkirchausflug. Zweimal im Jahr findet ein Kinderkirchfrühstück statt. Das Krippenspiel an Heiligabend ist der Höhepunkt des Kinderkirchjahres. In den vergangenen Jahren wurde die jährlich stattfindende Kinderbibelwoche im Kern von den Kinderkirchmitarbeitern/-innen getragen. Das MA-Team trifft sich mit der Pfarrerin vierzehntägig zur Vorbereitung, hin und wieder zu einem geselligen Beisammensein. Außerdem wurden an einzelnen Samstagnachmittagen Reflektionen über die Kinderkirche und das Mitarbeiterteam angeboten.


Früher gab es in der Kinderkirche drei Gruppen, seit fünf Jahren sind es zwei. Vermutlich liegt dies daran, dass Kinder eher durch Eventveranstaltungen angezogen werden als durch ein regelmäßiges sonntägliches Angebot und insgesamt die Kinderzahl rückläufig ist.


Aus dem derzeitigen Stamm der langjährig Mitarbeitenden hören 2011 viele auf. Nach derzeitigem Stand bleiben nach dem Sommer nur noch drei junge Mitarbeiterinnen und eine Erwachsene übrig. Damit die Kinderkirche durch ein gemischtes Team aus Jugendlichen und Erwachsenen auf einen guten Weg gebracht werden kann, müssten neue Eltern als Mitarbeitende für die Kinderkirche angeworben werden. Kann dies durch eine Zusammenarbeit mit dem Gottesdienst für Kleine und Große gelingen? Oder muss ein klares Signal in die Gemeinde gesandt werden, dass das derzeitige Team der Mitarbeitenden aufhört?


Gottesdienst für Kleine und Große: Der GD für Kleine und Große (für Kinder von 0-6 Jahren und ihre Eltern) findet fünfmal jährlich in der Regel sonntags um 11.15 Uhr im Gemeindehaus mit biblischer Geschichte und kleinem Bastelangebot und anschließendem gemeinsamen Mittagessen statt. Das Mitar-beitendenteam besteht derzeit aus drei Vätern und Müttern plus Pfarrerin Schneider-Wagner. In den letzten Jahren haben erfahrene Mitarbeiterinnen aufgehört, neue sind dazu gekommen. Einmal im Jahr wird dieser Gottesdienst von der katholischen Seite hauptamtlich betreut. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden sind v.a. evangelisch, was wohl vor allem an der überwiegend hauptamtlichen evang. Leitung liegt. Die Besuchszahlen sind sehr unterschiedlich, zwischen 20 und 60 Personen. Zum Gottesdienst für Kleine und Große kommen auch Menschen in die Gemeinde, die vom sonstigen Gemeindeangebot nicht erreicht werden.


Von Jugendlichen kommt immer wieder der Wunsch nach einem Jugendgottesdienst. Zu klären wäre in diesem Kontext: Wie lässt sich die Musik organisieren? Würde eine Kooperation mit der Gemeindeband gelingen? Welche Jugendlichen könnten auch leitende Funktion in einem Jugendgottesdienst übernehmen? Könnte man hier auch ökumenische Ressourcen erschließen?


Gottesdienste im Altenzentrum Bürgerheim der Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung finden meist zweimal pro Monat statt: An einem Sonntag pro Monat gestaltet ein Team von ehrenamtlich Tätigen den Gottesdienst, und ebenfalls einmal monatlich wird zu einem Gottesdienst am Mittwochvormittag mit Pfr. Fischer-Braun eingeladen.


In den Sommermonaten findet fünf- bis sechsmal nach dem Gottesdienst ein Ständerling auf dem Kirchenvorplatz statt. Vier Frauen bereiten Kaffee, Tee und sonstige Getränke mit Gebäck vor, um den Kirchenbesuchern die Möglichkeit zu geben sich nach dem Gottesdienst in gemütlicher Runde noch zu begegnen und auszutauschen. Dies wird gerne angenommen.

Vier Mal jährlich finden in der Brenzkirche samstagabends Musikalische Abendandachten statt. Sie haben die Gestalt eines kürzeren Gottesdiensts in liturgisch freierer Form mit einem Schwerpunkt auf den musikalischen Beiträgen wechselnder Solisten und Ensembles sowie auf dem gemeinsamen Singen.


Kirchenmusik

Kirchenmusik                                 (3)

In der Chorarbeit besteht neben dem traditionellen Chor der Brenzkirche seit 1980 der Chor “Lieder unter’m Regenbogen”. Er wurde damals gegründet, weil der Wunsch nach einem jungen Chor, der sich dem neueren Liedgut (z.B. Kirchentagslieder) zuwenden wollte, immer größer wurde. Später wurde das Programm um Spirituals, Gospels und neue Messen erweitert.

 

Szene aus dem Musical „Que sera, Sara?“ à


Einen Höhepunkt der Chorarbeit stellte das seit 2002 geplante und seit 2003 mehrmals innerhalb der Gemeinde, aber auch in Leonberg und Gerlingen aufgeführte Musical „Que sera, Sara?“ dar. Die gemeinsame Erarbeitung von Text, Melodien, Inszenierung und szenischer Aufführung mit Begleitung durch eigene Instrumentalisten brachte nicht nur die beiden Chöre näher zusammen, sondern stärkte zugleich auch die Bindungen innerhalb der ganzen Gemeinde. Groß war die Zahl nicht nur der unmittelbar Mitwirkenden, sondern auch der mittelbar Beteiligten. Auch wer lediglich eine der - übervollen - Aufführungen miterlebte, war glücklich und dankbar dafür, Teil einer Gemeinde zu sein, die imstande ist, mit großer Hartnäckigkeit und ebensolcher Begeisterung  ein gemeinsames Ziel anzusteuern und zu erreichen.


2010 feierte der Chor „Lieder unter´m Regenbogen“ sein 20jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert.

 Beim gemeinsamen Singen am 3. Advent 2010

Zugleich herrschte im Jahr 2010 eine Umbruchstimmung. Im Chor der Brenzkirche nahm die Singfähigkeit wegen des zunehmenden Alters der Sängerinnen und Sänger - und fehlenden Nachwuchses - immer mehr ab. Nach jahrzehntelanger, verdienstvoller Tätigkeit musste er seinen Dienst mit dem 3. Advent 2010 aufgeben. Parallel dazu ergab es sich in den letzten Jahren immer wieder, dass der Chor „Lieder unter´m Regenbogen“ mit dem Chor der Brenzkirche zusammen musizierte. Dadurch erweiterte sich dessen Repertoire um klassische Kirchenmusik.  Einige von denSängerinnen und Sängern des bisherigen Chors singen weiter im „Regenbogen“ mit, so dass dieser als leistungsfähiger Chor weiterhin Gottesdienste und Abendmusiken gestalten kann.


Als weiterer Teil der Chorarbeit war angedacht, mit der Schule eine Kooperation zu versuchen und im Rahmen des Ganztagesprogramms der Grundschule für die Klassen Drei und Vier einen Kinderchor anzubieten. Die Nachfrage hat sich allerdings als zu gering erwiesen, was vermutlich v.a. daran liegt, dass das Angebot zu spät beworben werden konnte.

Zu klären ist, in welchem Rahmen nach den Sommerferien das Kinderchorprojekt erneut angeboten werden könnte: Von Vorteil wäre eine Kooperation mit den Lesepaten des Vereins Miteinander - Füreinander, weil man sich dann an die üblichen 90 - Minuten Zeiteinheiten in der Schule anpassen könnte. Das Pfarrteam bleibt mit der Chorleiterin Sigrun Steim im Gespräch.

Bis zum neuen Schuljahr wird Sigrun Steim zum einen das Projekt „Singen mit Kindern“ leiten, ein halbstündiges Singangebot für Kinder bis 12 Jahre an etwa 6 Sonntagen im Anschluss an die Kinderkirche. Beim Gottesdienst am Predigtplatz vor den Sommerferien soll gemeinsam mit der Kinderkirche eine Aufführung stattfinden. Zum anderen wird Sigrun Steim die Nachwuchssängerinnen und -sänger der Gemeindeband (dazu s.u.) stimmlich fördern (jeweils eine halbe Stunde vor der Bandprobe).


Vor einigen Jahren kam bei einigen singfreudigen und routinierten SängerInnen der Gemeinde der Wunsch auf einzelne Gottesdienste wie z.B. am Christfest, wo die Chöre nach ihrer musikalischen Mitgestaltung der Gottesdienste am Heiligen Abend nicht schon wieder auftreten können, mit wenigen Proben in einem kleinen Ensemble zu bereichern. Das Singen wurde von der Gemeinde von der ersten Mitwirkung an sehr positiv aufgenommen, und so hat sich das Vokalensemble inzwischen zu einer festen Größe entwickelt, die gelegentlich auch noch ein zweites Mal neben Weihnachten im Kirchenjahr einen Gottesdienst mitgestaltet. Die Literatur wird gemeinsam ausgewählt; das Vokalensemble hat keine feste Leitung und soll auch bewusst nicht als Chor geführt werden. Es wird offen eingeladen zu zwei Proben für einen Auftritt.


Der Posaunenchor probt einmal wöchentlich. Er tritt regelmäßig in Gottesdiensten auf und stützt die Gemeinde zum Beispiel beim Gottesdienst auf dem Predigtplatz. Man spielt im Samariterstift und in Leonberg im Krankenhaus, was vom Kirchenbezirk organisiert wird. Die Bläser übernehmen auch Gottesdienste im Bürgerheim. Des Weiteren spielt er auf dem Weihnachtsmarkt, an St. Martin beim Laternenlauf und an Ostern auf dem Friedhof. Außerdem bringt der Posaunenchor Geburtstagsständchen. Er hat 16 Mitglieder. Zwar kommen nicht immer alle zu den Proben, doch im Durchschnitt ist die Teilnahme gut. Die Mitglieder sind engagiert dabei und wollen gefordert werden. Der Posaunenchor hat ein großes Repertoire und sucht auch nach Nachwuchs. Eine neue Jungbläserausbildung soll wieder gestartet werden. Interessant ist, dass in den letzten Jahren drei Erwachsene neu zum Chor hinzukamen. Schön wäre es, wenn gelegentlich ein professioneller Chorleiter gewonnen werden könnte. Kann hier eine Kooperation mit den anderen Kirchengemeinden Weil der Stadts weiterhelfen?


Die Organistensituation ist in Weil der Stadt gut und die Gemeinde mit der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste durch die Organistinnen und Organisten sehr zufrieden. Dass der Organistendienst bewusst als Dienst im Gottesdienst verstanden und ausgeübt wird, der die christliche Botschaft auch durch die Musik weitergeben möchte, wird wahrgenommen und sehr geschätzt. Die Variation im derzeitigen Orgelspiel wird vom KGR ebenfalls sehr positiv hervorgehoben. Dieser Gesamteindruck wird auch nicht dadurch geschmälert, dass der Organistennachwuchs oft nur bis zum Abitur in Weil der Stadt zur Verfügung steht. Auch die organistische Versorgung des Bürgerheims gelingt derzeit gut. Der Wunsch nach einer Orgelerweiterung wird gelegentlich geäußert, vor allem von Frau Zeyher, die in den meisten Gottesdiensten den Organistendienst übernimmt. Die Umsetzung ist aber derzeit finanziell nicht darstellbar, weil Geldmittel für andere Baumaßnahmen benötigt werden.

Inwieweit ein weitergehender Austausch unter den Organisten im Distrikt Weil der Stadt möglich ist, kann noch nicht abgesehen werden. Derzeit sind die Rhythmen der Organistendienstplanung in den Distriktgemeinden sehr unterschiedlich. Mit der Umsetzung der Pläne für Doppelgottesdienste in Weil der Stadt und Schafhausen bietet sich auch eine Intensivierung der Zusammenarbeit beim Organistendienst an.


Seit wenigen Monaten hat sich aus früheren Konfirmanden und einigen interessierten Erwachsenen eine Band gebildet. Sie besteht derzeit aus zwei Gitarren, Klavier, Schlagzeug, Bass und einigen Bläsern. Die stattliche Anzahl der Akteure und insbesondere die Mischung zwischen Jungendlichen ab 15. Jahren und Erwachsenen bis ca. 50 Jahre ist sehr erfreulich. Wünschenswert wäre eine Verstärkung durch Sängerinnen, etwa aus dem Kreis der Konfirmandinnen. Aber auch für anderweitigen Zuwachs aus dem Kreis der jährlich neu sich bildenden „Konfibands“ ist die Band offen. Noch ist das Repertoire insbesondere wegen des Mangels an Bläser-Arrangements etwas eingeschränkt. Nach passenden Noten wird anhaltend gesucht. Aber auch ohne Bläser ist die Band - im Klang reduziert, dafür zeitlich flexibler - spielfähig.


Diakonie und Seelsorge

Diakonie und Seelsorge                (4)

Der Seniorenkreis trifft sich jeden dritten Donnerstag im Monat. Das Leitungsteam besteht aus fünf engagierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Diejenigen, die kommen, freuen sich am Programm. Die meisten der Teilnehmenden sind schon über 80 Jahre alt; von den 70- bis 80jährigen fühlen sich viele noch zu jung für einen Seniorenkreis; sie haben wohl andere Interessen. Jemand aus dem Pfarrteam hält zu Anfang eine Andacht. Nach dem Kaffeetrinken folgt ein Bildungs- und Unterhaltungsprogramm. Ein Mal im Jahr findet der an den Möglichkeiten und Interessen der Teilnehmenden ausgerichtete Seniorenausflug statt; zwei Mal jährlich laden sich katholischer Treffpunkt und evangelischer Seniorennachmittag gegenseitig zu ökumenischen Seniorennachmittagen ein. Manchmal nehmen auch Personen vom Betreuten Wohnen und der Tagespflege im Altenzentrum Bürgerheim teil.

Manche jüngeren Senioren treffen sich bei der Bürgeraktion „Miteinander – Füreinander“. Deshalb wird weiter an Kooperationsmöglichkeiten gedacht: Könnte das monatliche „Gespräch über der Bibel“ (the-matisches Gesprächsangebot von Pfr. Fischer-Braun zu einem biblischen Text) in den Räumen „An der Wolldecke“ veranstaltet werden?

 Das ebenfalls monatlich stattfindende Seniorenfrühstück, das nahezu komplett ohne hauptamtliche Unterstützung ehrenamtlich angeboten wird, hat etwas weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Deren Altersdurchschnitt steigt allerdings auch stetig an.


Besuchsdienste:

Der Seniorengeburtstagsbesuchsdienst besteht aus acht Frauen und zwei Männern. Ab dem 75. Lebensjahr werden die Gemeindeglieder jährlich zum Geburtstag besucht (außer an den Nuller- und Fünfergeburtstagen, zu denen der Pfarrer bzw. die Pfarrerin kommt) und bekommen ein kleines Geschenk. Immer wieder entstehen aus diesen Geburtstagsbesuchen Kontakte, die über den jährlichen Besuch hinausgehen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen treffen sich vierteljährlich zum Austausch und zur Aufteilung der Besuche. Über Zuwachs würden sie sich sehr freuen, da es immer mehr ältere Menschen gibt und so die Zahl der Besuche steigt. Überlegt wird eine Informationsveranstaltungen zur Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei der langjährig Mitwirkende von ihren Erfahrungen berichten. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, am Anfang zu zweit Besuche zu machen.

Im Bürgerheim (Pflegeheim) und im dazu gehörigen „Betreuten Wohnen“ besteht ebenfalls ein Besuchsdienst der Gemeinde. Vier Frauen besuchen Bewohnerinnen und Bewohner und bringen sie auch zu den Gottesdiensten in der Kapelle des Bürgerheims.

Neuzugezogenenbesuchsdienst: Alle neu zugezogenen Gemeindeglieder erhalten eine kleine Broschüre mit Informationen über die Gemeinde. Die Mitarbeiterinnen des Neuzugezogenenbesuchsdienstes versuchen, diese persönlich zu überreichen, meistens kann sie aber nur in den Briefkasten eingeworfen werden. Über die Jahre ist der Neuzugezogenenbesuchsdienst immer kleiner geworden, vor kurzem konnte eine neue Mitarbeiterin gewonnen werden (derzeit zwei Mitarbeiterinnen). Weitere werden noch gesucht.

Taufelternbesuchsdienst: Ein Jahr nach der Taufe werden die Eltern (und Kinder) vom Taufelternbesuchsdienst besucht. Es gibt einen Brief und ein kleines Geschenk, außerdem laden die Mitarbeiterin-nen zu Veranstaltungen der Kirchengemeinde ein (besonders zum Gottesdienst für Kleine und Große). Die fünf Mitarbeiterinnen bereiten auch den jährlich statt findenden Tauferinnerungsgottesdienst (fünf Jahre nach der Taufe) mit vor.

Alle Besuchsdienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter treffen sich einmal im Jahr mit Pfarrerin Schneider-Wagner zu Austausch, Impuls und gemütlichem Beisammensein.


Die Seelsorgepraxis der Hauptamtlichen wird vor allem durch drei Arbeitsbereiche geprägt: Geburts-tagsbesuche werden alle fünf Jahre bei Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren gemacht. Im Kontext von Kasualien werden Trauernde begleitet und Gespräche mit Brautpaaren, Taufeltern sowie Konfirmandeneltern geführt. Daneben gibt es Besuche/Gespräche aufgrund bestimmter Anlässe und Ereignisse, etwa auch durch Hinweise aus den Besuchsdiensten. Immer wieder ergeben sich auch spontane Anfragen oder Gespräche, die zugleich einmalige Chancen für seelsorgerliche Gespräche bieten. Ihnen wird dann möglichst sofort Zeit eingeräumt oder jedenfalls für einen der nächsten Tage ein Gesprächstermin vereinbart.


Trauernachbesuche: Noch im Anfangsstadium befindet sich der Versuch des Aufbaus eines Besuchsdienstes in Trauerfällen. Nach der Teilnahme an einem KESS-Kurs bietet eine Frau die Möglichkeit an, bei Bedarf Trauernachbesuche bei Angehörigen zu machen.

Seit sieben Jahren gibt es im Distrikt zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde im Winterhalbjahr einen Gesprächskreis für Trauernde (fünf bis max. sieben Personen) unter der Leitung einer Klinikseelsorgerin i. R. und einer Hospizhelferin. Die zweistündigen Abende werden thematisch gestaltet und bieten auch Gelegenheit zum offenen Gespräch. Nach den zehn Abenden trifft sich die Gruppe noch eineinhalb Jahre lang einmal im Monat zum Austausch.


Neben einem guten Kontakt zu den Besuchsdiensten fällt immer wieder auf, wie wichtig auch die Zusammenarbeit mit anderen Trägern von Hilfsangeboten wie z.B. dem ambulanten Hospizdienst und der Sozialstation ist. Von Zeit zu Zeit sind auch Hinweise bei diesen Diensten sinnvoll, damit im Bewusstsein bleibt, dass Pfarrerin und Pfarrer gerne zu einem seelsorgerlichen Gespräch, zur Begleitung von Kranken oder Sterbenden, auch für ein Hausabendmahl kommen. Es soll nicht in Vergessenheit geraten, dass die Kirchengemeinde bei der Begleitung von Kranken oder Sterbenden gerne ihren Beitrag leistet.

 Für Menschen in für Menschen in seelischen Notlagen und psychisch Kranke wird 14täglich am Montag die Kontaktgruppe angeboten. Sie bietet in ungezwungenem Rahmen und unter kompetenter Leitung Gesprächsmöglichkeiten sowie gelegentliche besondere Aktivitäten.

 

Die Aktion „eins mehr“ für die Leonberger Tafel wurde in Zusammenarbeit mit dem E-Center 2010 erstmal mit durchgeführt. Beim Einkauf im Einkaurfzentrum werden Kundinnen und KUnden gebeten, „eins mehr“ zu kaufen und für die Leonberger Tafel zu spenden. Informationen zum Tafelladen Eine Wiederholung ist für den Herbst 2011 geplant.


Verschenkbörse: Um einerseits zu einer Reduzierung des Mülls beizutragen, der oft auch deshalb so umfangreich ist, weil Dinge weggeworfen werden, für die man selbst keine Verwendung mehr hat, während andere davon profitieren können, und andererseits Menschen eine Möglichkeit zu bieten, sehr günstig an brauchbare Haushaltsgegenstände zu bekommen, wurde auf Initiative einer engagierten Mit-arbeiterin schon mehrfach eine Verschenkbörse angeboten. Wer noch brauchbare Dinge hat, kann diese abgeben; das Mitarbeitendenteam sortiert die Gegenstände und präsentiert sie auf Tischen. Während einiger Stunden am Samstagnachmittag können Interessierte dann gegen Bezahlung von 4 € Eintritt so viel mitnehmen, wie sie selbst tragen können. Häufige Nachfragen, wann es denn wieder dieses Angebot gebe, bestätigen das große Interesse sowohl bei denjenigen, die Dinge haben, die sie nicht einfach wegwerfen wollen, als auch bei anderen, die sich interessante oder hilfreiche Funde erwarten. Allerdings braucht es für die Durchführung viele helfende Hände, die nicht immer im gewünschten Ausmaß zur Verfügung stehen, sodass die Verschenkbörse nicht in jedem Jahr angeboten werden kann.

Bildung

Bildung und Gesamtkatechumenat             (5)


Kindergarten: Im Bereich der Stadt Weil der Stadt werden in insgesamt zehn Kindertagesstätten ca. 26 Gruppen angeboten. Davon werden 20 kommunal betrieben, vier von der katholischen Kirchengemeinde und zwei von unserer Kirchengemeinde. Der evangelische Kindergarten bietet den Familien in offenen Gruppen für Kinder ab drei Jahren fünf Öffnungszeitmodelle an mit verschiedenen Möglichkeiten von Regel- und verlängerten Öffnungszeiten. Bei Bedarf kümmern wir uns um geeignete Integrationsmaßnahmen, damit Kinder möglichst vor Ort eine Kindertagesstätte besuchen können.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung funktioniert im praktischen Alltag gut. Jährliche Trägergespräche, die es seit 2009 wieder gibt, helfen bei den Absprachen zwischen den Trägern. Angebote seitens der Kirchengemeinden im Blick auf gemeinsame Bedarfsplanung und weitergehende Veränderungen im Angebot, v.a. hinsichtlich der Betreuung von Kleinkindern, wurden seitens der Stadt bisher nicht aufgegriffen, ein Antrag unserer Kirchengemeinde im Zuge der Dachsanierung des Kindergartengebäudes auf Erweiterung des Raumangebotes abgelehnt. Das bedeutet, dass Bewegungs- und Sprachförderungsangebote für die Kindergartenkinder weiterhin im kirchlichen Gemeindehaus stattfinden, wozu jedes Mal die B 295 überquert werden muss.

Zu wünschen ist, dass gerade angesichts des hohen Anteils an städtischen Kindergartenplätzen das Verständnis seitens der Stadt für die Bedeutung eines kleinen kirchlichen Kindergartens wächst. Hier waren die Aussagen der städtischen Amtsleiterin Fr. Kübler (Amt für Jugend und Soziales) beim Gemeindeforum im Februar 2011 erfreulich, die deutlich machte, dass sie die Träger- und Angebotsvielfalt als Bereicherung ansieht. Ob die Gemeinde auch dann noch diese Einschätzung beibehält, wenn die Kinderzahlen weiter zurückgehen, bleibt abzuwarten. Die Evangelische Brenzkirchengemeinde ist auch zukünftig bereit sich in der Kindertagesstättenarbeit einzubringen.

Das Team der Erzieherinnen erlebt die Integration der Dreijährigen wie auch den Umgang mit auffälligen Kindern, deren Anteil zunimmt, als herausfordernd. Problematisch sind die großen Unterschiede in der Sprachfähigkeit. Die Sprachförderung ist zwar hilfreich, unterbricht jedoch auch den Vormittag, da einige Kinder für eine Stunde aus den Gruppen herausgenommen werden. Auch die Anforderungen an die Elternarbeit sind gestiegen. Viele Eltern bringen wegen ihrer Berufstätigkeit auch kranke Kinder in den Kindergarten. Angesichts der Pobleme, die im Kindergarten sichtbar wer-den, ist der Personalschlüssel niedrig. Auch wird von den Erzieherinnen eine große Diskrepanz zwischen den pädagogischen Idealen, wie sie z.B. auch auf der „Didacta“ präsentiert werden, und dem, was tatsächlich leistbar ist, wahrgenommen. Die Erwartungen an die Bildungsleistungen des Kindergartens sind gleichfalls gestiegen. Positiv wird die stärkere Wertschätzung gegenüber dem einzelnen Kind angesehen (Dokumentation im Portfolio). Allerdings werden die Folgen der Umsetzung des Orientierungsplans im Blick auf die Arbeitsbelastung als Überforderung erlebt.

Eine Besonderheit der Kindergartenarbeit besteht darin, dass anders als in den meisten sonstigen Ar-beitsfeldern alle Milieus im Kindergarten vertreten sind. Auch aus diesem Grund sind gemeinsame Veranstaltungen zwischen Kirchengemeinde und Kindergarten wünschenswert. Sie könnten auch die Kindergartenarbeit bereichern und wären in den Bereichen Erziehung wie auch Spiritualität und Religiosität denkbar. Die Freiheit für kommende Projekte mit der Kirchengemeinde soll erhalten bleiben.


In den Herbstferien findet jährlich eine ökumenische Kinderbibelwoche an einem halben und zwei ganzen Tagen und Familiengottesdienst statt. Im Schnitt nehmen 100 Kinder (Tendenz leicht fallend; Teilnehmer aus 1.-6. Klasse, die letzten zwei Jahre auch 7. Klasse) an der Kibiwo teil. Die Kibiwo wird unter Leitung der Pfarrerin von derzeit ca. 40 Mitarbeitenden unter großem Aufwand vorbereitet und durchgeführt (Theater, Band, Altersgruppen, Mittagessen, Fest und Gottesdienst mit Aufführungen durch die Kinder). Durch die Jahre arbeiten immer mehr Jugendliche als Mitarbeiter/-innen mit, die Erwachsenen werden weniger, es kommen wenig neue erwachsene Mitarbeiter dazu. Der Anteil der katholischen Mitarbeiterinnen ist mit den Jahren immer weniger geworden, neuerdings arbeiten etliche katholische Jugendliche mit.

Jugendwerk: Nach jahrelangen Vorarbeiten wurde am 15.11.2010 die Satzung unseres örtlichen Jugendwerks vom OKR genehmigt. Der Kirchengemeidnerat beschloss die Liste der Erstmitglieder des Mitarbeiterrates und auf dessen erster Sitzung am 4. April 2011 wurde der Vorstand gewählt. Seither ist das Jugendwerk „selbständig im Auftrag der Kirchengemeinde“ arbeitsfähig. Grundlage auch unserer Jugendarbeit ist der besondere Auftrag, jungen Menschen in ihrer Lebenswelt und spezifischen Lebenssituation das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen, als Zuspruch und Anspruch Gottes auf das ganze Leben und die Gestaltung der Welt. „Die Arbeit des Evangelischen Jugendwerks Weil der Stadt zielt auch darauf, Raum für Lebens- und Glaubenserfahrungen, Plattform für Fragen, Anliegen und Anregungen zu schaffen sowie die Übernahme von Verantwortung durch Kinder und Jugendliche in der Gemeinde zu fördern.“ (Satzung des Evang. Jugendwerks Weil der Stadt, § 2 Abs. 2) Es wird zum neuen Kern unserer vielfältigen Aktivität en im Bereich der Jugendarbeit - Jungscharen, Mangoaktion und Weihnachtsmarkt, Band, (Familien-)Freizeiten u.a.m. - werden und so insbesondere den - bisher - damit betrauten Pfarrer nach und nach nachhaltig entlasten. Als in die kirchliche wie politische Gemeinde hineinwirkender Startschuss ist ein Straßenfest am 18. September vorgesehen. Auch die im Wesentlichen dem Bereich der Jugendarbeit zugeordneten Aufgaben der seit einigen Jahren erfolgreich in der Gemeinde tätigen Absolventinnen eines „freiwilligen sozialen Jahres“ werden künftig in das Jugendwerk eingebettet.

 


Konfirmandenarbeit: Nachdem in den vergangenen Jahren die Jahrgänge so stark waren, dass die Konfirmation in zwei Gottesdiensten zu einer deutlichen Überfüllung der Brenzkirche geführt hätte, wur-de in zwei Großgruppen der Unterricht durchgeführt und die größere der beiden Gruppen dann in zwei Konfirmationsgottesdiensten an einem Sonntag konfirmiert. In diesem Jahr reichten wegen der abnehmenden Zahl der Konfirmanden (Konfis) wieder nur zwei Gottesdienste an den beiden Sonntagen vor Palmsonntag aus.

Die Konfirmandenarbeit ist geprägt von einer intensiven Beteiligung von Eltern, die in der Einstiegsphase Kleingruppen an sechs oder sieben Nachmittagen leiten. Dieser Start wird von den Konfis als niederschwellig und sehr angenehm beschrieben. Dadurch, dass Eltern aus dem Kreis der Konfirmandenfamilien die Kleingruppen leiten, die häufig nicht schon als Mitarbeitende der Kirchengemeinde bekannt sind, sondern sich auf die Mitarbeit als für sie neues Projekt einlassen, ist die Schwelle auch für die Konfis sehr niedrig. Das gesamte Unternehmen Konfirmandenarbeit bekommt etwas prozessartig Experimentelles, was sich belebend auch für die folgende Zeit auswirkt.

Die Kleingruppenleiterinnen (gelegentlich machen auch wenige Väter mit) werden von Pfr. Fischer-Braun methodisch und inhaltlich auf ihre Aufgabe vorbereitet und intensiv begleitet. Für sechs Klein-gruppennachmittage gibt es mindestens acht Vorbereitungs- und Begleitabende, damit die Leiterinnen sich jeweils gut vorstellen können in den nächsten Kleingruppennachmittag zu gehen. Bewährt hat sich, die Eltern zu thematischen Elternabenden einzuladen, deren Themen aufgrund von Rückmeldungen zu einer Vorschlagsliste festgelegt werden. Die Einladung zur Mitarbeit in einer Konfizeitungsredaktion wird seit einigen Jahren von einigen Eltern gerne angenommen und die Zeitung auf die Konfirmation mit viel Einsatz und Know-How erstellt. Diese flankierende Elternarbeit wirkt sich positiv auf die Konfirmandenarbeit insgesamt aus, weil auch von den Konfis wahrgenommen wird, dass sich zahlreiche Eltern für die Konfirmandenarbeit engagieren.

An den Unterrichtsnachmittagen, beim Praktikum, einem gemeinsamen Wochenende, einem Konfinachmittag, zu dessen zweitem Teil mit Abendessen und Absprachen zur Konfirmation auch die Eltern eingeladen werden, geht es darum die Konfis an die Kerninhalte unseres christlichen Glaubens so heran-zuführen, dass sie selbst dabei immer beteiligt sind. Möglichkeiten des Kennenlernens wechseln sich ab mit Aktivitäten zur Selbstvergewisserung und eigenen Standortbestimmung; der Wechsel zwischen Ein- und Ausdrucksmedien sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher Lerntypen, sozialer und schulischer Hintergründe spielt eine große Rolle. Selbstverständlich ist inklusives Arbeiten und höchst erfreulich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit sowohl die Kleingruppenleiterinnen wie dann auch die Konfis selbst mit Behinderungen umgehen und sich auf spezielle Besonderheiten einlassen.


Das Konfirmandenjahr von Anfang Mai bis Ende März/Anfang April  wird als runde Sache wahrgenommen; Absprachen mit den Schulen wegen des Mittwochnachmittags für den Unterricht laufen problemlos. Dabei sind während des 7. Schuljahres die Kleingruppen sehr wertvoll, weil sie ein flexibles Eingehen auf Stundenpläne etc. erlauben und z.B. es möglich machen, fast alle Kleingruppen am späten Nachmittag anzubieten. Der Verschiebung des Konfirmationstermins auf die Zeit nach Ostern steht die Kirchengemeinde überaus kritisch gegenüber.       

Die Angebote der gemeindlichen Erwachsenenbildung, häufig auch in Kooperation mit der Erwach-senenbildung des Kirchenbezirks, immer wieder auch mit der kath. Kirchengemeinde und gelegentlich der vhs, werden unterschiedlich gut wahrgenommen. Vortragsreihen im Herbst haben sich auch über die Gemeinde hinaus einen Teilnehmerkreis erar      beitet; sie werden entweder mit besonders qualifizierten Referenten durchgeführt oder - wie im Jahr 2009 zum Thema „Alter - Sterben - Tod“ - zusätzlich zu Fachreferenten auch in Zusammenarbeit mit örtlichen Fachkräften. Im Frühjahr hat sich ein Filmabend mit Bezirkskantor Attila Kalman und seiner Improvisationskunst an der Orgel zu einem Stummfilm etabliert; seit einigen Jahren wird bewusst ein kritisches Gespräch im „Weil der Städter Forum“ angeboten, dessen Themen durch Artikel in der Zeitschrift „publik forum“ angeregt sind oder vom Gespräch zwischen Theologie und Psychotherapie.

 

 


Seit 2004 gibt es das Frauenfrühstück, anfänglich unter Leitung der Vikarin, seit ihrem Weggang unter ehrenamtlicher Leitung. Das Mitarbeitendenteam besteht aus acht Frauen, die jährlich an zwei Samstagen ein Frauenfrühstück (mit Kinderbetreuung) und an einem Abend einen Bistroabend vorbereiten und durchführen. Zum Frühstück wird jeweils eine Referentin von auswärts eingeladen, am Bistroabend gibt es unter einem Thema verschiedene Angebote an Stationen, beides mit musikalischer Umrahmung. Der Bistroabend ist meist besser besucht als die Samstagvormittage, im Schnitt kommen zwischen 30 und 50 Besucherinnen im Alten zwischen 35 und 70 Jahren, am meisten Frauen mittleren Alters. Es hat sich ein relativ fester Stamm an Besucherinnen herausgebildet.


Schule und Religionsunterricht: Bei einer ökumenischen Kirchengemeinderatssitzung zum Thema „Kirchengemeinden und Schule“ entstand 2005 die Idee zur Einladung der Religionslehrerinnen und      -lehrer in den Kirchengemeinderat. Im Gespräch wurde die Idee für einen ökumenischen Gottesdienst geboren, der schul übergreifend für diejenigen Schülerinnen und Schüler angeboten werden sollte, die nach der Grundschule in die verschiedenen weiterführenden Schulen abgehen. Dieses Modell wurde umgesetzt und in Absprache mit den Schulen seit Herbst 2006 durchgeführt. Im vergangenen Jahr kam die Frage auf, inwieweit auch Angehörige anderer Religionen und nicht religiös verankerte Kinder angesprochen werden können. Nach intensiver Diskussion wurde diese Frage durch einen Gottesdienst nach dem Gastgeber-Modell beantwortet und auch Angehörige der Ahmadiyya-Gemeinde als Gäste zum Gottesdienst eingeladen. Für 2011 haben die Kirchengemeinderatsgremien sich als Thema für die ökumenische Kirchengemeinderatssitzung „religiöse Erziehung (bzw. Kirche) in der Schule“ gewählt. Es wird interessant sein mit zu erleben, in welche Richtung sich Impulse dieses Abends weiter entwickeln. Zumindest die jeweiligen Fachschaftsleiter an den Schulen sollen dazu eingeladen werden, evtl. auch die Erzieherinnen der Kindergärten.


Leitung

Leitung der Gemeinde                 (6)

Leitung wird vor allem durch Pfarrer und Pfarrerin, den gewählten Vorsitzenden und den Kirchengemeinderat (KGR) insgesamt übernommen. Derzeit sind dabei die Aufgaben im Bereich der Finanzen und die Wahrnehmung der Arbeitgeberfunktion gegenüber den Mitarbeitenden dem geschäftsführenden Pfarrer übertragen. Eine weitergehende Aufteilung zwischen den beiden Vorsitzenden- etwa von Vorsitzen in den verschiedenen Ausschüssen des KGR - besteht nicht. Der Leitungsstil ist zwischen den Vorsitzenden wie auch gegenüber dem KGR pragmatisch und offen, was so nur wegen des guten Vertrauensverhältnisses zwischen ihnen und im gesamten KGR möglich ist. Zugleich besteht im KGR eine gute Feedbackkultur. Zur weiteren Verbreitung der Themen und Beschlüsse im KGR soll der Gemeindebrief beitragen, dessen erste Ausgabe im Mai 2011 erscheinen soll. Das Thema der Leitungskultur wird als beständige Aufgabe verstanden, die auch weiter im Blick behalten wird. Nachdem inzwischen eine Satzung für ein örtliches Jugendwerk erstellt und genehmigt wurde, folgt als weiterer Schritt die Erstellung einer Ortssatzung, in welcher auch weitere bereits bestehende Funktionsgliederungen des KGR mit zusätzlichen klaren Regelungen zur Beschlussfähigkeit von Ausschüssen (Verwaltungsausschuss, Kindergartenausschuss, Bauausschuss, bisher: Jugendausschuss, ab April 2011: Evang. Jugendwerk Weil der Stadt; Arbeitskreise für Erwachsenenbildung, für Ökumene) festgehalten werden. Dabei soll zugleich das Augenmerk darauf gerichtet werden, dass sowohl die Gesamtverantwortung des KGR wie auch die zeitliche Belastung der mit Leitungsaufgaben Betrauten, insbesondere des geschäftsführenden Pfarrers, der in den meisten Ausschüssen Mitglied ist, angemessen beachtet wird.


Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterschaft (7)

Angestellte haupt- und nebenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Haupt- und nebenamtliche Mitarbeiterinnen sind auf insgesamt 16 Stellen beschäftigt. Neben dem Kindergarten mit sechs Erzieherinnen (vier in Teilzeit) und einer Raumpflegerin ist eine Kantorin für zwei Chöre angestellt, zwei Kräfte in der Verwaltung (Gemeindebüro und Kirchenpflege) sowie eine Praktikantin im FSJ. Außerdem gibt es die derzeit gleichfalls sämtlich weiblich besetzten Stellen für Mesnerin, Hausmeisterin und Raumpflegerin für das Pfarrhaus (alle drei z.Z.. in Personalunion) sowie der Raumpflegerin für das Brenzhaus.

Die Personalsituation ist durch ein hohes Maß an Kontinuität geprägt: das Kernteam im Kindergarten ist mit vier fest angestellten Erzieherinnen seit weit mehr als zehn Jahren unverändert, die Kantorin ist seit über 20 Jahren für die Gemeinde tätig. Die Pfarramtssekretärin arbeitet wie die Mesnerin und Hausmeisterin seit dem Jahr 2000 auf ihrer Stelle; bei der Mesner-/Hausmeisterstelle gibt es zum 1. Mai 2011 einen Wechsel, nachdem die Stelleninhaberin ihre Tätigkeit für die Kirchengemeinde aus Altersgründen beenden wollte. Die Kirchenpflegerin ist seit Januar 2008 für die Gemeinde tätig. Frei werdende Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. Ausscheidende Mitarbeitende werden ebenso wie diejenigen, die neu ihre Tätigkeit aufnehmen, im Gottesdienst eingeführt bzw. verabschiedet.

Für die einzelnen Stellen sind Dienstanweisungen erarbeitet, die das Profil und die genauen Aufgaben beschreiben. Mit den angestellten Mitarbeitenden führt der geschäftsführende Pfarrer jährlich ein Personalentwicklungsgespräch; im Kindergarten übernimmt die Kindergartenleiterin die Gespräche mit den weiteren Mitarbeiterinnen im Team. In regelmäßigen Dienstbesprechungen zwischen Mitarbeitenden und geschäftsführendem Pfarrer werden der aktuelle Stand der Arbeit, der Bedingungen und des Arbeitsumfeldes erhoben und Schritte zur Verbesserung besprochen und eingeleitet.

Mitarbeitende werden zu Fortbildungen insoweit von ihrer Tätigkeit freigestellt, als die Fortbildungszeit in die Arbeitszeit fällt. Darüber hinausgehende Zeiten werden von den Mitarbeitenden selbst erbracht. Die Kirchengemeinde trägt die Kosten für Fortbildungen, sofern diese voll im dienstlichen Interesse liegen.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Für die Kirchengemeinde sind ca. 180 ehrenamtlich Mitarbeitende tätig. Besonders erfreulich ist die hohe Übergangsquote von neu konfirmierten Jugendlichen in die Mitarbeit bei der Kinderkirche und in den Jungscharen: es sind pro Jahr ca. 15 Teens, die sich auf die Mitarbeit in der Kirchengemeinde einlassen. Sie werden wie auch die weiteren ehrenamtlich Mitarbeitenden in einem Gottesdienst der Gemeinde vorgestellt, als Mitarbeitende begrüßt und mit einem Segenswunsch in die Mitarbeit eingeführt. Das wird auch bei den Eltern so praktiziert, die zu Beginn der Konfirmandenzeit Kleingruppen für die neuen KonfirmandInnen leiten und die bei dieser Gelegenheit der ganzen Gemeinde, aber auch den Eltern des Konfirmandenjahrgangs vorgestellt werden.

Aussagen zur Frage „Wie sehe ich die Kirche?“
bei der erlebnispädagogischen Kirchenführung
zum Gemeindefest im Oktober 2010

Bei diesen Gruppen von neuen Mitarbeitenden in der Konfirmanden- wie Jugendarbeit wird ein besonderes Gewicht auf ihre inhaltliche, methodische und persönliche Vorbereitung und Begleitung gelegt. Der ersten Kleingruppe im Rahmen der Konfirmandenarbeit sind mindestens zwei Vorbereitungstreffen zur Einführung vorgeschaltet; bevor Jugendliche mit der Mitarbeit in Jungscharen starten, werden sie zur Teilnahme in Jungscharstunden und zu einem Einführungstag eingeladen. Zu Beginn werden sie außerdem von erfahrenen Jugendlichen begleitet und dann zu den Angeboten des Bezirksjugendwerks und des städtischen Kinder- und Jugendbüros eingeladen, die für die Mitarbeit qualifizieren. Ausscheidende Mitarbeitende werden meist am letzten Sonntag vor den Sommerferien beim Gottesdienst auf dem „Predigtplatz“ oder am Sonntag, an dem auch die neuen Mitarbeitenden vorgestellt werden, im Gottesdienst verabschiedet.

Seit dem 1. Advent 2006 bekommen alle Mitarbeitenden zum Geburtstag einen Gruß der Kirchengemeinde. Mit getrockneten Früchten, Schokolade oder Nüssen aus dem Eine-Welt-Laden werden Gedanken des Pfarrteams und Segenswünsche durch Verantwortliche in den verschiedenen Bereichen und Gruppen überreicht. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass die Geburtstagsgrüße als Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung ankommen - und dass auch schon der Geburtstagsgruß an sich von den Mitarbeitenden geschätzt wird.

Immer wieder gelingt es, dass Mitarbeitende aus einem (projektartigen) Feld der Mitarbeit in eine kontinuierliche Mitarbeit hineinwachsen. Das ist sowohl bei der Ökumenischen Kinderbibelwoche zu beobachten, die hauptamtlich maßgeblich von unserer evangelischen Kirchengemeinde verantwortet wird, wie auch bei den Mitarbeitenden in den Konfi-Kleingruppen.


Fortbildungsangebote werden unterschiedlich wahrgenommen. Das Angebot, dass die Kirchengemeinde die Kosten für Mitarbeitende übernimmt, wird häufig wiederholt und Verantwortliche für die einzelnen Bereiche laden immer wieder zu Fortbildungsmöglichkeiten ein. Es ist jedoch auch stark spürbar, wie viele Mitarbeitende die Zeit, welche sie für ihr Engagement einbringen können, intensiv ausreizen und dann im Bereich von Fortbildungen „sparen“. Wir versuchen dem durch eigene und spezifische Angebote vor Ort und auch durch Hinweise auf bezirkliche Fortbildungsmöglichkeiten zu begegnen.


Pfarramt, Finanzen

Gemeindebüro/Pfarramt               (8)

Das Pfarrbüro im Pfarrhaus ist eine erste Anlaufstelle für die Gemeindeglieder. Die Öffnungszeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9 Uhr bis 12 Uhr und donnerstags von 16 Uhr bis 18 Uhr; die Wochenarbeitszeit der Sekretärin liegt bei 13 Stunden.
Die Pfarramtssekretärin versteht sich als Ansprechpartnerin für Menschen mit ganz unterschiedlichen Fragen und Bedürfnissen, denen sie stets die richtigen Informationen bzw. Hilfen weitergeben möchte.

Ihr Tätigkeitsbereich (Schriftverkehr, Öffentlichkeitsarbeit, Bearbeiten der Kasualien, Vermietung des Gemeindehauses, Meldewesen, Statistik, Schriftgutverwaltung und Aktenablage etc…) ist sehr vielseitig und umfangreich. Daher ist es wichtig, Termine im Blick zu haben und vorausschauend zu planen. Für einen reibungslosen Ablauf im Pfarrbüro ist ein guter Informationsfluss zwischen Pfarrteam, Pfarramtssekretärin, Kirchenpflegerin und Mesnerin/Hausmeisterin von großer Bedeutung.Die Eintragung vollzogener Amtshandlungen in die Kirchenbücher erfolgt zeitnah, um sie auf aktuellem Stand zu halten. Dies auch für die Schriftgutverwaltung und Registratur umzusetzen ist ein dringlicher Wunsch der Sekretärin, der aufgrund der Fülle der Aufgaben und nicht planbarer Besuche bzw. „Störungen“ meist nicht umgesetzt werden kann!


Die Technik im Pfarrbüro ist auf gutem Stand. Bisher übernimmt der geschäftsführende Pfarrer die Betreuung des PC-Netzes sowie die Einrichtung von Computern, Steuerung der Datensicherung (auf externer Festplatte) wie die technische Betreuung des Internetauftritts der Kirchengemeinde. Die wöchentliche Aktualisierung der aktuellen Termine übernimmt die Pfarramtssekretärin ebenso wie die Durchführung der Datensicherung.

Die Pfarramtssekretärin ist seit gut elf Jahren im Pfarrbüro. Sie berichtet, dass ihr die Arbeit und der Kontakt zu den Menschen sehr viel Freude bereiten. Ihre Einschätzung der guten Arbeitsatmosphäre und Offenheit im Pfarrhaus mit großem gegenseitigem Vertrauen wird vom Pfarrteam uneingeschränkt bestätigt.

Immobilien                                  (9)

Die Kirchengemeinde unterhält die folgenden Gebäude:

1)         Die Brenzkirche in der Paul-Reusch-Str. 5 wurde 1889 erbaut. Nachdem bei Starkregen Wasser an verschiedenen Stellen in die Kirche eingedrungen war und außerdem deutliche Rissbildungen an unterschiedlichen Positionen der Außenwände bemerkt wurden, hat die Kirchengemeinde einerseits die kirchliche Bauberatung eingeschaltet, andererseits die Dachflächen sowie Dachrinnen reinigen lassen. Dabei fielen schadhafte Dachziegel auf, welche ersetzt wurden. Bislang ist seitdem kein Wasser mehr in die Kirche eingedrungen. Die Dachrinnenreinigung soll künftig regelmäßig durch einen Fachbetrieb erfolgen. Um herauszufinden, welche Maßnahmen an den Rissen der Kirche zu ergreifen sind, wurde im Rahmen einer Diplomarbeit an der Hoch-schule für Technik Stuttgart die Kirche komplett per Laser vermessen. Somit liegt eine Kartierungsgrundlage für die Schadensfeststellung vor, mit deren Hilfe nun ein Steinmetzfachbetrieb die Schäden weiter erheben und beheben kann.

2)         Das Gemeindehaus in der Poststr. 11 wurde im Jahr 1890 erbaut und in den 70er Jahren von der Kirchengemeinde erworben. Im Jahr 1986 erfolgte eine Sanierung; 2000/01 wurde der Jugendbereich in das 1. OG verlegt und dieser Bereich zusammen mit der Dachsanierung erweitert. Zugleich wurde aus einem Teil des Dachbodens das „Giebelzimmer“ geschaffen. Eine grö-ßere Umbaumaßnahme des Erdgeschosses, inklusive der Küche, steht in diesem Jahr an. Das Gemeindehaus wird für die verschiedensten kirchlichen Veranstaltungen, aber auch für Vermietungen an Private genutzt. Im Haus befindet sich eine 4-Zimmer-Wohnung, die als Dienstwohnung an die Hausmeisterin vermietet ist.

3)         Das Pfarrhaus in der Paul-Reusch-Str. 3 wurde im Jahr 1911 erbaut. Neben der Wohnung für die Pfarrfamilie befindet sich hier auch das Pfarrbüro, das FSJ-Büro und ein Gemeindesaal. Da die energetische Untersuchung ergeben hat, dass die Heizkosten im landeskirchlichen Vergleich extrem hoch sind, soll eine energetische Verbesserung erfolgen. Eine spezifische Beratung des Oberkirchenrates ist angefragt, weil das Pfarrhaus im Ensemble mit der Kirche denk-malgeschützt ist, was eine Außendämmung problematisch erscheinen lassen könnte.


4)         Der Kindergarten für zwei Gruppen in der Paul-Reusch-Str. 4 steht auf einem Gelände, das die Kirchengemeinde in Erbpacht von der Pfarrgutsverwaltung gepachtet hat. Im Gebäude befindet sich weiter eine 4-Zimmer-Wohnung, die die Gemeinde vermietet hat. Eine neue Heizungsanlage wurde im Jahr 2009 eingebaut.      

 

5 )        Im Brenzhaus (Baujahr 1887) in der Brenzgasse 2, dem Ort des Geburtshauses von Johannes Brenz, befindet sich im EG ein Gemeinderaum, der - zusammen mit Garten, Terrasse und dem nahen Rabenturm - etwa von den Jungscharen oder den Mutter-Kind-Gruppen benutzt wird. Die beiden Wohnungen im 1. OG und im 2. OG sind vermietet. Im Jahr 2009 wurde eine neue Heizung im Haus eingebaut.


Alle Gebäude sind in einem Immobilienverzeichnis erfasst; die erforderlichen Rücklagen werden von der Gemeinde erbracht. Einmal jährlich trifft sich der Bauausschuss zur Bauschau.


Finanzen                                     (10)

In der Kirchengemeinde werden Opfer für verschiedenste Zwecke erbeten. In den letzten Jahren blieben die Spenden nahezu gleich hoch. Für OKR Pflichtopfer betrug der Opferbeitrag rund 2.400,-- € jährlich. Spenden und Opfer für „Brot für die Welt-Projekte“ erbrachten jährlich ca. 4.700,-- €. Auch das Weltmissionsopfer blieb mit rund 2160,-- € p.a. nahezu gleich. Weiter werden im Gottesdienst Opfer für diverse Vereine, Hospize, Diakonieläden, etc. erbeten. Opferbeträge für eigene Zwecke wie z.B. Chöre, Kinderkirche, Besuchsdienste und weitere beliefen sich in den letzten Jahren auf rund 5.000,-- € pro Jahr.


Einen sehr wichtigen Teil der Finanzierung der eigenen Gemeindearbeit bildet der freiwillige Gemeindebeitrag> Der Beitrag in Höhe von ca. 11.000,--€ verschafft der Gemeinde einen Spielraum für diverse Bauprojekte, die Fortführung der FSJ-Stelle und bei Anschaffungen für die Gemeinde. Ohne den „Weiler Batzen“ könnten manche Projekte nicht oder nur schwer realisiert werden.
Alle Zahlungen und Einkünfte der Gemeinde werden von der Kirchenpflege im Cuzea Buchungssystem erfasst.


Ökumene und Kontakt zur Kommune

Ökumene                                      (11)

Die ökumenische Zusammenarbeit zwischen der katholischen  und der evangelischen Kirchengemeinde ist lebendig. Regelmäßige Gottesdienste mit Kanzeltausch im Rahmen der ökumenischen Bibelwoche werden von vielen Gemeindemitgliedern beider Gemeinden beachtet und sind meist gut besucht. Im Gottesdienstbereich zeigt sich Ökumene in Weil der Stadt auch durch einen ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der Frauenwochen, der jeweils von einem Team vorbereitet und in der Brenzkirche gefeiert wird, ebenso durch einen weiteren thematischen Gottesdienst im Herbst, welcher teils auch schon am Buß- und Bettag gefeiert wurde. Während der Passionszeit finden im jährlichen Wechsel zwischen der Stadtkirche St. Peter und Paul und der Brenzkirche ökumenische Fastenandachten am Mittwochabend statt. Bei besonderen Ereignissen in der Stadt, seien es Stadtfeste oder größere Jubiläen, werden meist am Sonntagvormittag ökumenische Gottesdienste gefeiert.


Bei der letzten Sitzung des ökumenischen Arbeitskreises wurde deutlich, dass sich mit Pfr. Gruber in der ökumenischen Zusammenarbeit etwas verändert: Grenzen werden klarer benannt. Das Verständnis, wie Ökumene gelebt werden kann, unterscheidet sich. Allerdings verläuft die Trennlinie hier nicht entlang der Konfessionsgrenzen. Von Pfarrer Gruber wurden die von vielen sehr geschätzten Kanzeltauschgottesdienste mit Abendmahl bzw. Eucharistie in Frage gestellt. Er würde ökumenische (Wort-)Gottesdienste bevorzugen. Viele katholische und evangelische Christen wollen die Weil der Städter ökumenische Tradition mit den Kanzeltauschgottesdiensten bewahren, besonders auch Menschen, die in konfessionsverbindenden Familien leben. Pfarrer Gruber sieht, wenn es um die Sonntagspflicht geht, durch die Vorabendmesse am Samstag Chancen im Blick auf ökumenische Gottesdienste am Sonntag: ökumenische Gottesdienste, die bisher vor allem in der Brenzkirche stattfinden, könnten wohl zukünftig auch verstärkt in St. Peter und Paul gefeiert werden.

Gut gelingen auch die ehrenamtliche ökumenische Organisation der Gottesdienstgestaltung im Bürgerheim und die Zusammenarbeit der Diakoniebeauftragten im Distrikt.


Von evangelischer Seite ist darauf zu achten, dass Ökumene nicht in einer Weise eingefordert wird, die der katholischen Seite keine Freiheit mehr lässt, selbst Ökumene zu leben. Zugleich wäre es wünschenswert, wenn auf katholischer Seite mehr Energie für die gemeinsamen Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit vorhanden wäre. Pfarrer Gruber hat auf dem Gemeindeforum eine große Vision formuliert. Die Arbeit daran wird mit Spannung erwartet. Schön wäre es auch in den Besuchsdiensten enger zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel könnten Fortbildungen gemeinsam auch mit den evangelischen und katholischen Distriktsgemeinden angeboten werden.


Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht findet derzeit nicht statt. An der Hauptschule wird aufgrund der geringen Zahl von Schülerinnen bzw. Schülern einer christlichen Konfession der Unterricht zusammengefasst.


Der Kontakt zur Kommune          (12)

Das kommunale Leben in Weil der Stadt ist durch ein hohes Maß an Engagement der Bürgerinnen und Bürger geprägt. Weit über 100 Vereine sind aktiv, was zugleich bedeutet, dass nicht zu allen (gute) Kontakte möglich sind. Gleichwohl bestehen durch zahlreiche aktiv Mitarbeitende, die nicht nur in der Kirchengemeinde tätig sind, sondern auch in den Vereinen, oder die in politischer Verantwortung stehen, gute Kontakte, auch in den städtischen Gemeinderat hinein. Gab es vor etlichen Jahren noch eine Kampfabstimmung im Gemeinderat mit äußerst knapper Niederlage zur Frage, ob im evangelischen Kindergarten bei der Dachsanierung auch eine Erweiterung des Raumprogramms vorgenommen werden soll, so hat sich das Klima deutlich verbessert. Dies war besonders zu spüren, als im Rahmen des Diakonatsprojektes der Evang. Landeskirche die Anfrage der Kirchengemeinde im Gemeinderat diskutiert wurde, ob eine gemeinsame Diakonatsstelle von Kommune und Evang. Kirchengemeinde vorstellbar sei. Besonders erfreulich war, dass - obwohl dann das gemeinsame Diakonatsprojekt für Weil der Stadt seitens der landeskirchlichen Projektstelle nicht priorisiert wurde - wenig später die Stellen für das Kinder- und Jugendbüro sowie die Schulsozialarbeit am Schulzentrum seitens der Stadt Weil der Stadt deutlich aufgestockt wurden. Bei der Kooperation im Rahmen der Ganztagsbetreuung am Schulzentrum war auch jüngst, als es um die Frage ging, ob die Kirchengemeinde an der Schule einen Kinderchor anbietet, ein höchst erfreuliches Entgegenkommen und eine große Flexibilität der Verantwortlichen im Rektorat wie auch bei der Schulsozialarbeit zu spüren. Seit in der Stadtverwaltung die Zuständigkeit für den Evang. Kindergarten im Amt für Jugend und Soziales angesiedelt ist, sind die Gespräche zur Kindertagesstättenarbeit auch deutlich stärker an Sachfragen zur Kinderbetreuung orientiert und weniger stark an Finanzierungsfragen.

Fragen und Perspektiven

Fragen zur Visitation und Perspektiven für die Zukunft aufgrund der Wahrnehmungen und Entscheidungen der letzten Zeit

 

Im Rückblick auf den Zeitraum seit der letzten Visitation im Jahr 2000 lassen sich zahlreiche Veränderungen und Neuerungen wahrnehmen. Im Gottesdienstbereich wurde die Vielfalt vergrößert - neu hinzugekommen sind der Filmgottesdienst, der Tauferinnerungsgottesdienste und die Liturgische Nacht am Gründonnerstag, ökumenischen Fastenandachten „7 nach 7“, die gemeindeübergreifenden Gottesdienste am Sonntagabend „auf-genommen“ sowie die Gottesdienste für neue Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen als Auftakt des neuen Schuljahres. Der frühere Sonntagstreff (Nachgespräch mit Mittagessen) wurde durch den Ständerling abgelöst. Was die abnehmende Zahl der Kinderkirchmitarbeitenden für die Zukunft der Kinderkirche bedeutet, lässt sich noch nicht absehen.

Hier stellt sich die Frage, ob die Differenzierung des gottesdienstlichen Lebens dem Ziel des Gottesdienstes als „Mittelpunkt des Gemeindelebens“ (Bausteinbeschreibung) dient, inwieweit dieser Weg sinnvoll ist und ggf. weiter beschritten werden soll - oder ob gerade durch diese Vielfalt die Gemeinsamkeit des gottesdienstlichen Feierns und die Einheit der Gemeinde in Frage gestellt werden.

 

In der Jugendarbeit ist die anhaltend hohe Zahl an Jungschargruppen ebenso erfreulich wie es gelungen ist der „neuen“ FSJ-Stelle Kontinuität zu geben. Gespannt sind wir darauf, wie das ganz neue ejww nun tatsächlich ins aktive Leben und zu einer eigenen Gestalt findet. Diese neue Pflanze möchten wir als Kirchengemeinde gut unterstützen und sind auch interessiert daran eine Rückmeldung zu bekommen, wie das am besten geschehen kann. Erfreulich wäre, wenn im Zuge der PfarrPlan-Umsetzung eine Kooperation im Bereich der Angebote für Kinder und Jugendliche (sowohl in der Jugendarbeit wie bei der „Kirche mit Kindern“) mit der Kirchengemeinde Merklingen und dem dort angesiedelten Diakonat gelingen könnte.

Auch kirchenmusikalisch war und ist einige Bewegung „drin“ durch die musikalischen Abendandachten, das Vokalensemble und die Band, die in den letzten Jahren entstanden sind. Der Chor hat seine Aktivitäten beendet; dafür ist ein musikalisches Angebot für Kinder an der Heinrich-Steinhöwel-Schule in Planung.


Neue Angebote der Erwachsenenbildung sind das „Weil der Städter Forum“ und das Frauenfrühstück wie auch der Religionsunterricht für Erwachsene „Stufen des Lebens“. Diese zielgruppenorientierten Angebote werden so gut angenommen, dass ihre Weiterführung naheliegt. Das gilt auch für die Verschenkbörse, die nahe an den diakonischen Angeboten angesiedelt ist, aber auch für die Mitarbeitenden eindrückliche (Bildungs!-)Erfahrungen im Blick auf Lebenswelten in Weil der Stadt vermittelt.

Die spezifisch diakonischen Angebote wie „eins plus“ und der diakonische Rundgang haben eine so gute Resonanz erfahren, dass sie ebenfalls weitergeführt werden sollen.


Mit großem Interesse haben viele in der Kirchengemeinde die ersten Signale des neuen katholischen Pfarrers wahrgenommen. Da beide Kirchengemeinden an Mitgliedern verloren haben, bietet sich ein Zusammenrücken auch aus diesem Grund an. Die strukturellen Unterschiede zwischen den evangelischen Kirchengemeinden im Distrikt mit derzeit noch 4,5 Pfarrstellen und der katholischen Seelsorgeeinheit, die neben den Weil der Städter Teilorten auch Gemeindeteile umfasst, die zu den evangelischen Kirchenbezirken Calw und Böblingen gehören, stellen eine echte Herausforderung an ökumenische Kooperationen dar, deren Gestaltung jeweils neu zu bedenken ist: Welche Angebote machen wir im Distrikt, welche ökumenisch, und was macht „nur“ unsere Kirchengemeinde?

Im Blick auf die Pfarrstellen scheint das Stabile der Wandel zu sein: 3 x 50% waren im Jahr 2000 besetzt; von 2001 bis 2005 waren es 2 x 75% (Pfarrerehepaar), dann 100% + 50% (Pfarrerehepaar), derzeit noch 100% + 50% im aktuellen Team.

Ab Herbst 2011 ist Pfarrstelle II vakant und fällt durch den PfarrPlan 2011 weg; diese 50% sollen durch die Stelleninhaber in Schafhausen und Münklingen/Hausen je hälftig ersetzt werden, wobei derzeit die Möglichkeit einer distriktweiten Lösung unter Beteiligung aller Gemeinden, Pfarrstellen und der  bei der Kirchengemeinde Merklingen angesiedelten Diakonenstelle favorisiert wird.

 

Derzeitiger Stand von Gemeindegliederzahlen und Pfarrstellen sowie Diakonat im Distrikt Weil der Stadt
(Folie aus der Präsentation des Kirchengemeinderates beim Gemeindeforum)


Die erste Erarbeitung von Bausteinbeschreibungen im Rahmen des „Wirtschaftlichen Handelns“ war einerseits hilfreich, andererseits erwies sich die nächsten Schritte zur Bestimmung von Zielen und Maßnahmen so wie vom Projekt vorgesehen und mit externen Moderatoren durchgeführt als zu unflexibel und zu wenig zielführend. Der Kirchengemeinderat hat sich im Jahr 2010 auch wegen der bevorstehenden Veränderungen im Zuge des PfarrPlans für seine Klausurtagung dem Thema „Kirche(n)gemeinde und Familien“ mit Pfarrerin Keppler von der Arbeitsstelle Familien zugewandt. Diesen Arbeitsschwerpunkt von Pfarrerin Schneider-Wagner wollten wir intensiver besprechen. Hier war uns wichtig, dass wirtschaftliches Handeln die inhaltliche Arbeit nicht überlagern darf. Wir sehen die Gefahr, dass auch durch die hohen haushaltlichen Anforderungen zur Substanzerhaltungsrücklage das inhaltliche Arbeiten gefährdet wird und möchten dem dadurch begegnen, dass wir präzise fragen, klären und entscheiden, welche Aufgaben wir als Kirchengemeinde aufgrund unserer Ziele und unseres christlichen Auftrags angehen.


Mit diesem Gemeindeleitungsbericht will der Kirchengemeinderat eine Grundlage für die Visitationsgespräche im Mai und Juni 2011 legen. Wir sind als Leitungsgremium interessiert daran durch die Visitation zu erfahren, wie beim geschwisterlichen Blick von außen und beim Besuchsdienst der Visitation der christliche Glaube in unserer Kirchengemeinde sichtbar wird, inwieweit Liebe im Mit- und Füreinander der Gemeinde konkret wird und wo Visionen und Hoffnung der Gemeinde sichtbar werden.

Abschlussfolie der Präsentation beim Gemeindeforum zum PfarrPlan 2011


Anhang: Zahlen (Gemeindeglieder, Kasualien; Übersichten zum Haushalt)

Gemeindeglieder 2000 - 2010
Austritte und Aufnahmen
Kasualien
Erträge ordentlicher Haushalt
Aufwendungen ordentlicher Haushalt
Haushaltsanteile nach Bausteinen

Anhang 1: Zahlen und Übersichten zu den Jahren 2000 - 2010

 

Die Zahl der Gemeindeglieder hat seit 2003 um 3,7 % abgenommen.

 

Austritte und (Wieder-) Aufnahmen

Die Zahl der Austritte beträgt durchschnittlich 17,5 pro Jahr; diese können derzeit weder durch Aufnahmen noch durch Taufen von Jugendlichen und Erwachsenen ausgeglichen werden, auch wenn es einen leichten Anstieg bei Taufen von über 14jährigen gibt und zeitweise die Zahl der Aufnahmen angestiegen war.

Kasualien

 

 

 

 

Anhang 2: Finanzierung der kirchengemeindlichen Aufgaben im Haushalt 2011

Erträge ordentlicher Haushalt 2011

 

 

 

 

Aufwendungen ordentlicher Haushalt 2011

 

 

 

 

Aufteilung nach Bausteinen